Emperor - Kampf um den Frieden


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OFDB Filmkritiken:


Für seine Untertanen ist er ein lebender Gott: Kaiser Hirohito. Doch sein Leben liegt in der Hand der amerikanischen Besatzer. Im Sommer 1945 landet General MacArthur im besiegten Japan, auch um über die Zukunft des Kaisers zu entscheiden. Soll er als Kriegsverbrecher hingerichtet werden oder seinen Status behalten? Eine hochbrisante Entscheidung, die die Zukunft der gesamten japanischen Nation beeinflussen wird. MacArthur delegiert die schwierige Aufgabe an den Japankenner General Bonner Fellers. Nur 10 Tage hat Fellers Zeit, um eine Empfehlung für die U.S.-Regierung zu formulieren. Doch neben dieser offiziellen Mission hat Fellers noch eine höchst private. Er sucht Aya, die junge Japanerin, in die er sich vor Jahren verliebt hat …




"Emperor" ist der genau richtig gewählte Titel für dieses intensive Nachkriegs-Drama, in dessen Mittelpunkt ein bisher selten beleuchteter Aspekt steht. Dreht sich doch im Prinzip die ganze Geschichte darum, welche Mitschuld der japanische Kaiser Hirohito am Pazifik-Krieg trägt, der sowohl auf Seiten der Japaner wie auch der USA unzählige Todesopfer forderte. So sollte man also von Anfang an darauf eingestellt sein das man hier keinen wirklichen Kriegsfilm voller Action präsentiert bekommt, sondern vielmehr ein Szenario, dessen Geschichte erst nach dem Kriegsende beginnt als die Amerikaner als Besatzungsmacht in der vollkommen zerstörten Hauptstadt Tokio eintreffen, um dort eine 10-tägige Untersuchung einzuleiten, in der die Schuld-oder Unschuld des Tenno festgestellt werden soll. Dabei beginnt Regisseur Peter Webber (Hannibal Rising) seine Erzählung mit Original-Bildern in s/w, die dem Zuschauer noch einmal die amerikanischen Bombenabwürfe auf Japan ins Gedächtnis rufen sollen und dieser Schachzug vermittelt einem dann auch gleich die erste leichte Gänsehaut. Das Aufsteigen des Atompilzes löst sofortiges Unbehagen aus, versetzt einen aber sogleich in genau die richtige Stimmung für diesen Film. Für die Liebhaber actionreicher Kost ist "Emporer - Kampf um den Frieden" sicherlich nicht die beste Wahl, lebt das Geschehen doch in der Hauptsache von seinen erstklassigen Dialogen und der intensiven Beleuchtung politischer Verhältnisse, sowie einem eindrucksvollen blick in die japanische Tradition.

Genau dieser Aspekt erfordert dann auch die Aufmerksamkeit des Betrachters, denn in etlichen Gesprächen zwischen dem Haupt-Charakter General Fellers (Matthew Fox aus Lost) und diversen hochrangigen japanischen Politikern versucht Peter Webber einen tiefen Eindruck in eine tief verwurzelte Tradition zu gewähren, die insbesondere uns Europäern ziemlich befremdlich erscheinen mag. Begriffe wie Stolz und Loyalität stehen dabei im Vordergrund und obwohl einem diese Worte sicherlich ein Begriff sind, bekommen sie hier doch eine vollkommen andere Gewichtung. Im Zentrum des Ganzen steht dabei immer die Person des Kaisers die in Japan den Status eines gottähnlichen Wesens inne hat und dieser Punkt wird vor allem auch dadurch extrem gut zur Geltung gebracht, das man die eigentliche Person erst kurz vor dem Ende des Filmes auch wirklich zu Gesicht bekommt. Bis dahin jedoch wird lediglich über die Figur gesprochen, so das sich fast schon zwangsläufig eine mystische Aura aufbaut, die gleichzeitig die Fantasie des Zuschauers in Gang bringt. Webber ist es dabei exzellent gelungen, eine Art sagenhafte Gestalt aufzubauen, wobei erst am Ende wieder die Realität in das Geschehen Einzug hält, als man endlich auch den menschlichen Körper des Tenno zu sehen bekommt. An dieser Stelle liegt ein äußerst gelungener Kontrast vor, denn die in der eigenen Fantasie entstandene Figur entspricht doch so gar nicht dem, was die menschliche Gestalt am Ende darstellt. Neben diesem für die Geschichte äußerst wichtigem Aspekt ist es aber auch der Unterschied zwischen der Außendarstellung und den wirklichen Gegebenheiten in Japan, der hier ein ganz wesentlicher Bestandteil einer Kultur ist, die nach unseren Maßstäben nur sehr schwer nachzuvollziehen ist. Kristallisiert sich doch im letzten Drittel des Filmes heraus, das der Kaiser eben nicht diese allmächtige Person ist, der alle Untertanen anscheinend blind folgen und hauptsächlich repräsentative Wirkung ausstrahlen soll, wobei die eigentliche Macht viel eher in den Händen diverser Politiker und des Militärs lagen, die unter keinen Umständen einer Kapitulation Japans zustimmen wollten.


Man merkt also, das "Emporer - Kampf um den Frieden" durchaus eine Art von Geschichtsunterricht darstellt, der hier in einer sehr interessanten-und informativen Form ins Bild gesetzt wurde.



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