Theo Lingen wurde 1903 als Sohn des Kaufmanns und Justizrates Theodor Christoph Joseph Maria Schmitz (1861–1934) und seiner Frau, Maria Magdalena Hubertina, geb. Overzier (1872–1948), in Hannover-List geboren.[1] Er wuchs in Hannover in der Hagenstraße nahe der Innenstadt auf und besuchte bis zur Unterprima das ehemalige Königliche Goethegymnasium, das er ohne Abschluss verließ. Beim dortigen Schülertheater war eine seiner Bühnenpartnerinnen Gretha von Jeinsen, die spätere Ehefrau des Schriftstellers Ernst Jünger.[2]
Bei Proben für eine Schulaufführung im hannoverschen Boulevardtheater Schauburg wurde Lingens schauspielerisches Talent entdeckt. Als Künstlernamen wählte er den Namen der Geburtsstadt seines Vaters, Lingen. 1922 spielte er am Residenztheater Hannover, 1923 in Halberstadt, 1924 in Münster und Bad Oeynhausen, 1926 in Recklinghausen. Auf der Bühne erwarb er sich früh den Ruf eines Charakterkomikers, dessen virtuos-marionettenhafte Pointenarbeit bewundert wurde.
1928 heiratete er die frühere Ehefrau Bertolt Brechts, die Mezzosopranistin Marianne Zoff. Er spielte 1929 in Frankfurt am Main den Herrn Macheath in der zweiten Inszenierung von Brechts Die Dreigroschenoper. Er wurde daraufhin nach Berlin geholt, um die Rolle auch in der noch immer mit großem Erfolg laufenden Ur-Inszenierung zu übernehmen. Der Filmregisseur Fritz Lang war von Lingens Qualitäten ebenfalls überzeugt: In M (1931) und Das Testament des Dr. Mabuse (1933) beeindruckte Lingen in ernsten Rollen.