OFDB Filmkritiken:
Allzu glücklich schien Autorin Rita Falk mit der neunten Adaption ihrer Eberhofer-Krimis nicht gewesen zu sein, da noch nicht einmal der Mörder der Vorlage entsprach und einige Szenen hinzu gedichtet wurden. Andererseits: Mal gut, dass Eberhofers Sohn nur als schweigsamer Eumel im Hintergrund vorhanden ist und nicht als Naseweiß fungiert, - denn dafür hat der Franz doch den Rudi.
Kurz nach Weihnachten stehen die Eberhofers um Dorfsheriff Franz (Sebastian Bezzel) belämmert da: Oma (Enzi Fuchs) hat den Haushaltsdienst quittiert und ist in eine Frauen-WG gezogen, wonach es auf dem Hof drunter und drüber geht. Darüber hinaus hat Susi (Lisa Maria Potthoff) kurzfristig den Posten als Bürgermeisterin ergattert und anbei gilt es das Verschwinden eines Großbauern zu klären, welches sich offenbar als Mord herauskristallisiert…
Es ist wie immer ein gemütliches Wiedersehen mit einer Chaos-Truppe, was besonders in den ersten Szenen auf den Punkt gebracht wird, als im September noch der Weihnachtsbaum steht und Vater (Eisi Gulp) sich mit dem Hund um den allerletzten Keks streitet.
Der überschaubare Mikrokosmos mit all seinen Szenarien, inklusive Kreisverkehr und Kneipe und den wunderbar skurrilen Nebenfiguren ist der Inbegriff des fiktiven Niederkaltenkirchen im tiefsten Bayern, wo ein Mord beinahe zur Nebensache wird.
Regisseur Ed Herzog, der die Reihe seit 2013 mit einem festen Team umsetzt, weiß schlichtweg, wie er Situationskomik inszenieren muss, wie es ums Timing bestellt ist und wie man Figuren in bizarre Situationen versetzt, ohne sie gänzlich der Lächerlichkeit preiszugeben. Daraus entstehen so kleine Höhepunkte, wie Oma in der Fahrschule, die in regelmäßigen Abständen durch den Hintergrund tuckert oder ein tobender Vater im Tierfutterladen, der sich ohne Punkt und Komma in Beschimpfungen mit Lokalkolorit hingibt.
Auch der Fall selbst kommt ab und an mit spaßigen Einfällen daher, wenn eine Pfadfindergruppe hinzugezogen wird oder eine Leiche mit Resten aus dem Häcksler lose auf dem Seziertisch landet. Dass bei alledem der Humor auch mal baden geht, bleibt nicht aus. Dies ist spätestens der Fall, als im Wald ein Selbstfindungsseminar der Herren stattfindet und ein Viagra-Witz wahrlich einige Jahrzehnte zu spät kommt.
Dennoch geht der Stoff ohne nennenswerte Pausen gemütlich und amüsant zugleich vonstatten und obgleich der eigentliche Kriminalfall rasch erahnbar verläuft, schießt man gegen Finale nicht so sehr übers Ziel wie beim Vorgänger. Die mit Spielfreude agierenden Mimen und die saubere Ausstattung (ein uraltes Wohnzimmer, einige betagte Automobile) zeugen zumindest nach wie vor vom Engagement im eingespielten Team. Es hat, selbst wenn man nicht in Bayern wohnt, etwas von der angenehmen Heimkehr in vertraute Gefilde.