Lebensdaten des Künstlers:
(1896 Basel 1983).
Hans Stocker. Heilger Christopherus, 1965. Farblitho, rechts unten signiert und datiert: Hans Stocker 65. Druckgrösse: 54 x 33 cm, Blattgrösse: 65 x 50 cm. Ungerahmt.
Provenienz aus dem Nachlass Hans Vogt, Brugg.
Bei André Rogger: «Hans Stocker». In: SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz, 2018 (erstmals publiziert 1998) steht u.a.: " Hans Stocker wächst als Sohn eines Gärtners, der später als Eisenbahnbeamter arbeitet, mit dem als Maler unter dem Namen Coghuf bekannt gewordenen jüngeren Bruder Ernst und drei weiteren Geschwistern in Basel auf. 1911 Lehre als Kunstschlosser an der Allgemeinen Gewerbeschule Basel, wo Stocker ab 1914 eine Lehrtätigkeit ausübt. Dem erlernten Handwerk nicht sonderlich zugeneigt, erhält er bald den ersten Unterricht beim Basler Maler Albrecht Mayer. 1919–1920 Malerausbildung in Genf, Freundschaft mit Hans Berger und Alexandre Blanchet. 1921–1924 Wohnsitznahme in Positano, danach Studienaufenthalt in Tunesien. 1925 Heirat und Niederlassung in Montigny-sur-Loing bei Fontainebleau. Stocker und sein Bruder Coghuf sind 1928 auch die treibende Kraft bei der Gründung der Gruppe Rot-Blau II in Basel. 1941 kriegsbedingte Rückkehr in die Schweiz. 1954–1960 Präsident der Eidgenössischen Kunstkommission. 1948, 1961 und 1976 Retrospektiven in der Kunsthalle Basel.
Das Fundament von Hans Stockers Werk bildet weniger ein klassisches Akademiestudium als eine solide handwerkliche Ausbildung und die Auseinandersetzung mit dem unmittelbaren künstlerischen Umfeld. Ersten Einfluss übt Hans Berger aus, dessen pastose, post-impressionistische Malweise sich Stocker in den Landschaften und Porträts seiner Genfer Zeit aneignet. Die zunächst dunkeltonige Palette hellt sich während Stockers Aufenthalt in Italien auf. In Montigny nähert er sich der lichten und stofflich dichten Malerei der Nabis mit Gartenbildern, Meerlandschaften, dem vielfach variierten Thema des Interieurs mit Familie und Stillleben an. Wie Pierre Bonnard oder Edouard Vuillard beschränkt Stocker die Zeichnung auf eine knappe Charakterisierung der Kontur und baut die Komposition aus der Farbe auf. In den gemeinsam mit Otto Staiger 1926–1929 geschaffenenen Glasscheiben der Antoniuskirche in Basel wird der flächige, auf der Zuordnung von reinen Farbsegmenten beruhende Bildaufbau weiter geschult. Im Wandmalereizyklus der Luzerner St. Karlikirche, 1934–1938, findet Stocker zu seinem nachmalig typischen Sakralstil, der sich durch Flächigkeit, eine helle, starke Farbigkeit und eine eingängige, mit exotischen Attributen angereicherte Erzählsprache auszeichnet. Nach der Rückkehr in die Schweiz verfolgt Stocker die figurative Malerei weiter. Auf dem Höhepunkt öffentlicher Wertschätzung entstehen Wandbilder wie La joie de vivre, 1948, im Frauenspital Basel mit einem kräftigen Realismus in der Menschendarstellung. Auch Stockers Glasmalerei zeigt sich gefestigt in der schematisierenden Darstellungsweise unter Einsatz von opulenteren Formulierungen im Dekorativen. Die späten Ölgemälde und Arbeiten auf Papier dagegen büssen an Eigenständigkeit ein und nehmen Studiencharakter an.
Stockers bedeutendste Leistungen sind in der sakralen Glas- und Wandmalerei zu finden. Hier schafft er prägnante biblische Szenerien mit starker Wirkung auf die schweizerische Kirchenkunst. Die Bedeutung des Tafelwerks tritt zurück, doch zeichnen sich vor allem Stockers Gemälde der 1930er-Jahre durch ihre Mittlerstellung zwischen den französischen Nabis und den schweizerischen Expressionisten aus."
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