OFDB Filmkritiken:
Wenn als allererstes „Asylum presents“ auf dem Bildschirm erscheint, dürfte das viele Betrachter dazu verleiten, den nachfolgenden Streifen zu meiden, denn die Produktionsschmiede steht für billige Mockbuster und Trash in Reinkultur.
Wer allerdings auf massiv hanebüchene Katastrophenfilme steht, wird interessiert verfolgen,…
…wie der Satellit der Flugüberwachung ACAT einen Solarsturm auslöst und jeglichen manuellen Zugriff unmöglich macht. Derweil befinden sich die Passagiermaschine Flug 23 und die Air Force One mit Präsidentenfamilie an Bord auf Kollisionskurs. Nun ist es an Fluglotsen Bob (Reginald Veljohnson) die große Katastrophe zu verhindern…
ACAT steht für Auto Control Anti-Terror System und ist eine Steuerungs- und Abwehreinheit in der Air Force One, welche dazu führt, dass manueller Zugriff in einer bestimmten Situation nicht mehr möglich ist, womit die haarsträubenden Aspekte der Story noch lange nicht ihren Höhepunkt finden.
Jedoch fällt es aufgrund des unglaublich rasanten Erzähltempos gar nicht leicht, sich alle davon zu merken.
Die Handlung ist in mehrere Stränge aufgeteilt, welche sich in schneller Folge abwechseln: An Bord der Air Force One, an Bord von Flug 23, Bob mit Praktikantin in der Kontrollzentrale (welche im Verlauf durch Trümmereinschlag zerstört wird) und ein paar Air Force Spezialisten ohne wirklichen Plan, denn weder „Operation Morgenlicht“ noch Operation „Sam Fox“ scheinen zur Rettung des Präsidenten beizutragen.
Dazwischen fallen immer mal wieder einige Trümmer des Satelliten herab und lassen ein paar Gebäude explodieren oder kleine Landstriche in Flammen aufgehen, was aufgrund der miserablen CGI nicht gut aussieht, aber häufig zu erheitern weiß.
Auf derselben Humorschiene gibt es zahlreiche Momente zu verzeichnen, die vor Absurdität kaum zu überbieten sind. So kann man etwa ein massives Loch im Flugzeug mit Gepäckteilen stopfen, eine Person kann während des Fluges an einem Seil hängend problemlos wieder in die Maschine zurückgezogen werden und ein Flugzeug muss nicht zwangsläufig abstürzen, nachdem es bereits mehrere Gebäude mit den Tragflächen gerammt hat.
Großartig ist allerdings die Technik in der Air Force One, welche dazu führt, dass alle Türen im Notfall verschlossen werden, ein Lasersystem per Überwachungskamera zuschlägt und die biometrische Erkennung an Handflächen gar tödlich enden kann.
Der ganze Humbug wird zwar im Allgemeinen mit schlechten Tricks umgesetzt, doch die Action in der Luft ist phasenweise sogar recht ansehnlich gestaltet, etwa als ein Flieger massiv an Höhe verliert oder die andere Maschine von zwei Jets der Air Force umgeben ist.
Auf darstellerischer Seite sollte man hingegen nicht mehr als brauchbares Mittelmaß erwarten, - zumindest machen selbst die namenlosen Passagiere bei argen Turbulenzen keinen schlechten Eindruck.
Am Ende könnte man gar eine moralische Warnung hineininterpretieren, elementare Gegebenheiten besser nicht komplett von Computern überwachen zu lassen, doch dieses Anliegen dürfte dem Streifen eher fern liegen. Vielmehr schafft er es, mit billigen Tricks, einem hohen Tempo ohne Rast und auffällig vielen Übertreibungen und grotesken Einlagen einen hohen Unterhaltungswert zu schaffen, der vor allem Trash-Fans ansprechen dürfte. Allen anderen wird das Ganze zu billig und zu bizarr erscheinen, um mit der Nummer Spaß zu haben.
Knapp
7 von 10