Findet Dorie (Originalverpackt)


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OFDB Filmkritiken:


Warum brauchte "Findet Nemo" eine Fortsetzung? Reicht Pixar, nun seit einigen Jahren unter Disney-Einfluss & -Führung, nicht die Kohle aus den vielen, unnötigen "Cars"-Sequels & den genialen "Toy Story"-Teilen? "Alles steht Kopf" hat doch bewiesen, dass das Studio noch fähig zu ganz großen Ideen & Meisterwerken ist... Ganz einfach & sehr gut nachvollziehbare Antwort der Macher: weil Dories Geschichte noch nicht auserzählt war. Über all die Jahre beschäftigte Regisseur Andrew Stanton ihr Schicksal, ihre Vergangenheit, ihr Verbleib. Daher beschäftigt sich "Findet Dorie" mit Dories Suche nach ihren Wurzel - und wieder geht es einmal quer durch das Meer der Welt. Da mag man fast glauben, trotz extrem ähnlichem Aufbau zum Original & dessen verführerischer Fanbase, dass es sich hierbei wirklich um eine Herzensangelegenheit der Pixar-Herrschaften handelt. Also eher "Toy Story" als "Cars". Das stimmte mich positiv, selbst wenn das Original nicht meine All-Time-Pixar-Nr. 1 ist. Dorie hat ihren Solo-Auftritt verdient & selbst wenn sie manchmal nerven konnte, halte ich sie für einen der zu recht beliebtesten Sidekicks in der Filmgeschichte. Und dieses Mal sind zumindest die Kinder von 2003 ja groß genug, um nicht all die Fische Papas das Klo runter zu spülen...


"Findet Dorie" sieht klasse aus, wie Teil 1, selbst wenn es nur in Details nochmal einen optischen Sprung gab. Und einerseits macht der Film verdammt viel richtig, hält sich nah am Vorgänger & dessen Aufbau samt Stärken (& wenigen Schwächen). Fans dürfen also beruhigt sein. Doch andererseits bringt das natürlich auch etwas Stillstand mit sich, worüber sich die wesentlich erhöhte & erstärkte Animationskonkurrenz 2016 natürlich freut. Denn "Findet Nemo" kann man bei aller Liebe nicht als besten Animationsfilm des Jahres bezeichnen. Und trotzdem ist er eine sehenswerte Familienzusammenführung & Erweiterung der lieb gewonnenen Welt. Selbst wenn "Kubo" & Co. 2016 noch besser sind & sogar der eigenen Vorfilm ("Piper") einen in den Schatten stellt. Mich hat vor allem Dorie selbst überrascht - mit all ihren Problemen & Schwächen & ihrer extremen Amnesie. Denn während sie in Teil 1 noch eher der allgemeinen Belustigung diente, was hier natürlich auch noch zum Teil geschieht, wird ihr Problem diesen Durchlauf dramatisch teilweise sehr düster, realistisch & traurig dargestellt. Genau wie man es von Pixar erhofft & fast schon erwartet. Und wer beim Ziel ihrer Reise keine feuchten Augen bekommt, der muss mal so gar keinen Bezug zu der Fischwelt & ihrer zweitberühmtesten Bewohnerin haben. Hier nervt Dorie nie, hier tut sie einem oft leid & man leidet mit. Ich habe sie so endgültig lieb gewonnen.


Warum "Finding Dory", trotz top Synchro & keiner Sekunde Langeweile, nicht an das Original & die oberste Klasse herankommt, liegt teilweise in der Natur von Fortsetzungen & wenigen flachen Script-Entscheidungen. Denn trotz neuer Schauplätze, Herausforderungen & Sidekicks, ist das alles doch auffällig nah am Original. Nur wird eben überall, gerade was abgedrehte Cartoon-Action angeht, versucht einen drauf zu setzen. Und das gelingt weder bei den Sidekicks, von denen trotzdem einige im Gedächtnis bleiben, wie ein kurzsichtiger Wal, noch bei den überzogenen Actionsequenzen. Man muss definitiv viel mehr durchgehen lassen & sein Hirn auf Durchzug stellen. Doch da das Herz mit Dories verzweifelter Suche eh genug beschäftigt ist, ist das kein Ding der Unmöglichkeit. Alte Freunde, wie Marlin oder Crush, lassen ein wohliges Gefühl entstehen, selbst wenn der Film gefühlte 8 Jahre zu spät kommt. So wünscht man sich dann zwar nicht wirklich eine Findet...-Trilogie ala Woody & Buzz, wo bisher alle drei Teile perfekt sind, doch missen möchte man diese Auflösung zum vergesslichen Paletten-Doktorfisch nicht. 


Fazit: Dorie hatte ihr eigenes Abenteuer verdient & man gönnt ihr das Happy End. Doch trotz dunklerer Themen kommt er nicht ganz an seinen Vorgänger oder andere Pixar-Meilensteine wie "Alles steht Kopf" heran. Mehr als lohnenswerte Familien-Unterhaltung bleibt es trotzdem, die Animationskonkurrenz hat bis heute keine ebenbürtige Darstellung von Wasser hinbekommen & Fans des Originals sollten keine Sekunde zögern.

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