Adjda ist ein 11-jähriges Mädchen in Riad, der Hauptstadt Saudi-Arabiens. Ihre Eltern scheinen begütert, so gibt es z. B. PlayStation oder einen illegalen ausländischen Fahrer für den riesigen Pick-up für den Weg zur Schule. Sie genießt in ihrem Leben verschiedene Freiheiten, die viele ihrer Klassenkameradinnen in dem streng islamischen Land nicht zu kennen scheinen. So hört sie im Radio westliche Rockmusik oder sie trägt Converse-Turnschuhe und Jeans unter ihrem traditionellen Gewand und lässt sich im Allgemeinen nicht leicht von ihrer Umgebung einschüchtern.
Wadjda träumt davon, das schöne grüne Fahrrad zu besitzen, das sie jeden Tag vor einem Spielzeugladen auf ihrem Schulweg sieht. Ein Radrennen gegen ihren Freund Abdullah, einen Nachbarsjungen, zu fahren und zu gewinnen, ist ihr größter Traum. Jedoch gilt es für Mädchen als unschicklich, Rad zu fahren, und Wadjdas Mutter verbietet es auch ihrer Tochter. Die Frau versucht ihren Mann, der sich einen Sohn wünscht, davon abzuhalten, sich eine Zweitfrau zu nehmen. Wadjda, die erfährt, dass ihr Name im traditionsgemäß rein männlichen Familienstammbaum nicht geführt wird, macht sich dagegen auf, eigenes Geld für ihr Fahrrad zu verdienen: Sie verkauft z. B. Mixtapes und gibt die Mittlerin für eine Mitschülerin und deren Freund. Die Schulleiterin hat ein scharfes Auge auf sie, und wegen Wadjdas unkonventioneller Einstellung gegenüber den traditionellen Werten und Regeln lässt sie keine Gelegenheit zur Maßregelung aus. Während sie aber offiziell die strengen Religionsvorschriften hoch hält, ist es unter den Schülerinnen ein offenes Geheimnis, dass der Einbrecher im Haus der Schulleiterin wohl eher ihr Liebhaber gewesen ist.
Nach Auffliegen ihrer Geschäfte beschließt Wadjda, an einem Koranvers-Rezitationswettbewerb teilzunehmen, denn der Hauptpreis beträgt 1000 SR in bar, was dem Mädchen den Kauf des Traumfahrrades ermöglichen würde. Wadjdas Fähigkeiten, Koranverse auswendig zu lernen, beeindruckt ihre Lehrerinnen. Als sie jedoch den Wettbewerb gewinnt und ihre Absicht kundtut, sich mit der Siegprämie ein Fahrrad zu kaufen, schockiert sie damit ihre Mitschülerinnen und insbesondere die Lehrerschaft; die Schulleiterin fällt ihr ins Wort und stellt klar, dass, weil es Mädchen sowieso verboten sei, Fahrrad zu fahren, es besser und sinnvoller sei, das Preisgeld für Palästina zu spenden. Mit dieser Ankündigung der Schulleiterin gilt dies qua Amtes als beschlossen: Die Schule wird das Geld überweisen, und Wadjda hat keine Möglichkeit, Einwände zu erheben oder ihren Anspruch einzufordern.
Zu Hause angekommen findet sie nur ihren Vater vor, der auf ihre Mutter wartet. Bevor ihr Vater das Haus verlässt, bittet er sie, der Mutter auszurichten, dass er sie liebe. Nachdem sie über dem Warten auf ihre Mutter eingeschlafen ist und abends wieder aufwacht, findet sie ihre Mutter auf dem Dach des Hauses; diese erklärt Wadjda, dass es sich bei der großen Feier in der Nachbarschaft um die Hochzeit von Wadjdas Vater mit seiner neuen Zweitfrau handele. Als das Mädchen vergeblich versucht, seine Mutter zu trösten und ihr Mut zu machen, zeigt diese ihrer Tochter das grüne Fahrrad, das sie für sie gekauft hat. Bezahlt hat sie es von dem Geld, das sie eigentlich für ein neues rotes Kleid ausgeben wollte, um so für Wadjdas Vater attraktiver zu sein als potentielle Zweitfrauen-Kandidatinnen – ein Zweck, der ja nun hinfällig geworden ist. Stattdessen wolle sie dafür sorgen, dass es ihrer geliebten Tochter an nichts fehle und sich alle ihre Wünsche erfüllten. Schlussendlich gewinnt Wadjda das nun mögliche Rennen gegen ihren Freund Abdullah und begibt sich auf ihren eigenen Weg in „die große weite Welt“ hinaus – symbolisiert durch die Hauptstraße, an die sie mit ihrem Fahrrad gelangt, ohne dass von Abdullah noch etwas zu sehen ist.
Das Mädchen Wadjda (arabisch وجدة, DMG Waǧda) ist der erste Spielfilm der saudi-arabischen Regisseurin Haifaa Al Mansour und der erste abendfüllende Film unter saudi-arabischer Regie überhaupt. Der Spielfilm gewann weltweit mehrere Filmpreise und galt bei den Filmfestspielen von Venedig 2012 als „kleine Sensation“.
Gedreht wurde der gesamte Film in Saudi-Arabien an Originalschauplätzen. Trotz der vorhandenen Genehmigung gestaltete sich die Arbeit an dem Film unter anderem aufgrund der strengen Geschlechtertrennung im Land oft schwierig. So wurden die Dreharbeiten auf der Straße teilweise von der das öffentliche Leben überwachenden Religionspolizei unterbrochen, da die Regisseurin mit einer grossteils männlichen Crew drehte. Um weiteren Verzögerungen zu entgehen, führte Al Mansour die Regie manchmal über Monitor und Walkie-Talkie aus dem schwer einsehbaren Produktionswagen heraus. Bestimmt wurde der Ablauf der Dreharbeiten wie das gesamte Leben im Land vom Rhythmus der islamischen Gebetszeiten, zu denen fünfmal am Tag in Saudi-Arabien das öffentliche Leben zum Erliegen kommt.