Die Triffids - Pflanzen des Schreckens


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OFDB Filmkritiken:


Bereits 1951 erschein der Roman „Die Triffids“ von John Wyndham, welcher seiner Zeit um einiges voraus war, denn im Ursprung geht es um alternative Energiegewinnung auf pflanzlicher Ebene. Zwei eher durchwachsenen Verfilmungen folgte schließlich vorliegendes Remake der BBC auf Basis eines Zweiteilers, der neben einigen bekannten Gesichtern vor allem eine grundsolide Ausstattung vorzuweisen hat.


Die natürlichen Energieressourcen der Erde sind aufgebraucht, alternativ werden seit einigen Jahren Triffids gezüchtet, aus denen Öl gewonnen wird. Diese fleischfressenden Pflanzen müssen jedoch streng überwacht werden, da sie sich selbstständig bewegen und Menschen mit ihrem abgesonderten Gift binnen weniger Sekunden töten können.

Dr. Bill Mason (Dougray Scott) liegt just mit einer Augenbinde im Krankenhaus, als ein Sonnensturm tobt und sämtliche Menschen nach dessen Anblick erblinden. Mason und eine Handvoll Sehender muss dringend eine Lösung finden, denn die Triffids vermehren sich ungehindert und fressen alles, was ihnen in die Quere kommt…

Die Handlung steigt wie ein typischer Katastrophenfilm ein und präsentiert nach den ersten Puzzleteilen eines später komplettierten Flashbacks die wesentlichen Figuren der Geschichte in Form parallel ablaufender Handlungsstränge.

Mason untersucht die Triffids mit Schwerpunkt der Kommunikation und ist seit dem Tod seiner Mutter vor dreißig Jahren wie besessen, ihre Laute zu entschlüsseln.

Reporterin Jo Playton befindet sich während des Sonnensturms in Londons U-Bahn-Tunnel, während Torrence mit Sonnenbrille und Mütze im Flugzeug schläft und während des Absturzes geistesgegenwärtig handelt und somit überlebt.

Nach und nach erscheinen zwar weitere Nebenfiguren, doch die Form der parallel ablaufenden Erzählebenen wird bis zum Finale beibehalten.


Seine Stärken offenbart der Streifen primär innerhalb der ersten Stunde, als der Sonnensturm tobt und die meisten Menschen nach einem grellen Licht erblinden. Chaos macht sich in London breit, die Metropole gleicht einem Trümmerfeld und zeitgleich wird die Stimmung eines Endzeitszenarios vermittelt. Als die orientierungslosen Blinden auf die wenigen Sehenden zugehen, wirken sie wie Zombies und auch die erblindeten Wachen ihrer Majestät können sich die Horde nur mit ziellosem Geballer vom Leib halten.

Mittendrin Mason und Jo, die erst einmal in Erfahrung bringen müssen, was genau vorgefallen ist, während Mason bereits ahnt, dass der zuvor eingefangene Saboteur die Triffids in der Plantage freigelassen hat.


Die Gestaltung der fleischfressenden Pflanzen kommt zwar nicht an die Qualität der detaillierten Trümmerlandschaften heran, doch die CGI können sich dennoch sehen lassen, zumal im Verlauf einige Leute niedergestreckt werden, was mit kleinen Schnittwunden bis hin zu starren Pupillen der Getöteten einhergeht. Besonders zum Finale, als Dutzende von Triffids ein Haus umzingeln, punktet die bedrückende Atmosphäre im Zusammenhang mit den trüben Farben und leichten Nebeleffekten.


Da der Streifen insgesamt eine stolze Laufzeit von 178 Minuten aufweist, verwundern kleine Durchhänger nicht, denn im Mittelteil nehmen die Machtspiele der rivalisierenden Sehenden ein wenig Drive aus dem Geschehen und auch einige Stationen Masons treiben die Handlung nicht wirklich voran.

Anderweitig ist die regelmäßig stattfindende Action ordentlich auf den Punkt gebracht, da die Kamera immer auf Höhe des Geschehens ist, schnelle Szenenwechsel für Abwechslung sorgen und auch der Score phasenweise passables Material liefert, obgleich er im Gesamtbild nicht so sehr auffällt.


Dafür sorgen hingegen einige Darsteller, vor allem in Nebenrollen: Vanessa Redgrave überzeugt mit ihren wenigen Szenen als zwielichtige Nonne, Eddie Izzard liefert einen markanten Auftritt als Bösewicht Torrence ab, während Brian Cox und Jason Priestley eher ein wenig gelangweilt wirken. Richtig gut ist allerdings Dougray Scott in der Hauptrolle des Bill Mason, denn seine charismatische Erscheinung in Verbindung mit der starken Performance sorgt von Beginn an für einen überzeugenden Sympathieträger.


Hier sind also Freunde von Endzeitszenarien (eher erste Hälfte) genauso gefragt, wie Fans intelligenter Pflanzen (mehr in der zweiten Hälfte) und dem damit verbundenen Monsterhorror.

Zwar bleiben einige Genreklischees nicht außen vor und auch kleinere Leerlaufphasen sind zu verzeichnen, doch insgesamt weiß das Handwerk ebenso zu überzeugen wie die Mehrheit der Darsteller.

Oft spannend, teilweise mit sozialkritischen Untertönen angereichert und mit kleinen emotionalen Einschüben ausgestattet, ist „Triffids“ im Gesamtbild all jenen zu empfehlen, die eine zeitgemäße Verfilmung des gleichnamigen Romans relativ nah an der Vorlage sehen möchten.

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