OFDB Filmkritiken:
Im Gegensatz zu der deutschen Vollkatastrophe „Fack ju Göthe 2" ist das hier schon wohltuend. Wie bei besagtem Desaster gibt es auch hier und da auch mal ein paar debile Gags, aber im Grossen und Ganzen sind die erträglicher als bei dem Prollspaß vom letzten Jahr. Kassenknüller sind beide Filme, nur das Regisseur Fitz, der auch die Hauptrolle neben Matthias Schweighöfer spielt, sich auf die Elemente einer locker leichten Komödie ohne Asi-Faktor beruft. Seine Figuren sind zwar chaotisch und manchmal drüber, aber sie verleihen dem Film eine dynamische Note, die nicht nur in der Tragik der Krankheiten endet. Klar sieht man auch Parallelen zu den erfolgreichen Filmen eines Schweiger und eines Schweighöfer, dazu wirkt es schon sehr durchstrukturiert und auf „amerikanisch" getrimmt. Klar hat sich der deutsche Film gewandelt und ist im Kino nicht mehr so pieffig wie einst, aber man sieht auch sehr oft das die Inszenierung vor den Figuren geht. Gerade bei den Schweigerfilmen überkommt mich seit zehn Jahren oft eine Art Brechreiz. Man fühlt sich hier aber an eine upgedatete „Knockin on Heavens Door"- Neuverfilmung, ohne die uncoolen Gangster, erinnert, die besser harmoniert und auch lustiger ist als der Thomas-Jahn-Film aus den 1990ern, der doch schon sehr zerfahren und gewöhnungsbedürftig war. Die rote Linie, der inhaltliche Faden, bleibt erhalten und es ist interessant zu sehen wie die Chemie zwischen den beiden Gefühlsmenschen Andi und Benno funktioniert. Mal kindisch, mal abgedreht, mal romantisch, mal liebevoll, mal chaotisch. Hoffentlich wird jetzt aber nicht jeder Film wie „Honig im Kopf", denn darauf hab ich nun auch keinen Bock. Wir alle wissen was Krankheiten sind, wie sie sich physisch und psychisch auf Menschen auswirkt und deshalb alleine schwingt der moralische Zeigefinger natürlich ab und zu auch mit. Es verkommt nie zu einer reinen Comedyszenerie.
Ich finde das ist ein guter Film, dessen Tiefe auch mal aufgesetzt wirkt, aber den wichtigsten Faktor, den Unterhaltungsfaktor, nie vergisst. Eine optisch gefüllte Oberflächlichkeit mit einer Message die sehr wichtig ist: Lebe, egal wie sehr du auch im Arsch bist!