Frühes Werk von Francis Bott
Signiert und datiert 1960
Masse 46x37
Zustand wie auf den Fotos dargestellt
Rahmen gratis
Viel Spass beim bieten
Francis Bott (* 8. März 1904 in Frankfurt am Main; † 7. November 1998 in Lugano, Tessin; eigentlich Ernst Bott) war als deutscher Maler ein Vertreter der „Zweiten École de Paris“, also des französischen „Informel“. Sein künstlerisches Schaffen weist zwei scheinbar gegensätzliche Schwerpunkte auf: surreale, phantastische Gegenständlichkeit und tachistisch, geometrische Abstraktion. Sein Werk besteht aus Gemälden, Glasmalereien, Handzeichnungen, Aquarellen, Gouachen, Plastiken und Objekten; auch als Bühnenbildner hat er sich betätigt.
Francis Bott entstammt bürgerlichen Verhältnissen, doch führte ihn schon früh eine unstete Jugend mit der elterlichen Familie nach Frankreich, Belgien, Holland und in die Schweiz. Ab 1910 besuchte er verschiedene, meist französischsprachige Schulen und Internate in der Schweiz und in Belgien. 1918 kehrte die Familie nach Deutschland (Köln) zurück, wo Bott u. a. Anton Räderscheidt kennenlernte und sich dem Kreis um Heinrich Hoerle und Max Ernstanschloss. Versuche, als Koch oder im Büro seines Vaters zu arbeiten, scheiterten.
Von Gesprächen mit den „Kölner Progressiven“ und deren Anti-Kriegs-Gesinnung beeinflusst, baute sich Bott ein anarchistisches Weltbild auf. Sein Drang nach individueller Freiheit veranlasste ihn nach dem Tod des Vaters 1921, mit der so genannten Vagabundenszene ein Wanderleben als links-politisch engagierter Vagabund aufzunehmen, in dessen Verlauf er u. a. nach Berlin und als blinder Passagier oder Schiffskoch in die USA und nach Mexiko gelangte.
In Berlin lernte Bott 1924 Herwarth Walden und den Kreis um den „Sturm“ kennen. Im selben Jahr begegnete er in Dresden seiner späteren Frau Maria Gruschka („Manja“), einer in Polen geborenen Tochter eines Rabbiners. Wieder in Berlin, interessierte sich Bott 1925 im Kontakt mit Bertolt Brecht vor allem für das Theater.
1926 gingen Bott und Manja nach Wien. Seinen Lebensunterhalt verdiente er nun als Straßensänger, Gelegenheitsschauspieler und Postkartenmaler. Seine Verbindung zu Bertolt Brecht riss derweil nicht ab, und so traten Bott und Manja 1928 der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) bei. 1930 zwang die Weltwirtschaftskrise das Paar, von Wien nach Frankfurt am Main zu Parteifreunden zu ziehen, doch 1932 waren die beiden wieder in Wien. Bott wurde in Abwesenheit in Frankfurt am Main wegen seiner dortigen politischen Tätigkeit zu Festungshaft verurteilt, 1933 in Nürnbergverhaftet, doch gelang ihm die Flucht zurück nach Wien. Auch dort festgenommen, sollte er nach Deutschland abgeschoben werden, doch wurde er an die tschechische Grenze gebracht, und so gelangten Francis Bott und Manja nach Prag.
Hier kam er mit dem österreichischen Expressionisten Oskar Kokoschka in Verbindung. Dieser überzeugte ihn, er sei ein Maler, und so wurde Bott durch ihn veranlasst, sich von nun an generell der Kunst zuzuwenden.
1936 mussten Bott und Manja die Tschechoslowakei verlassen und gelangten über Zagreb (Jugoslawien) und Oberitalien 1937 nach Paris, wo Bott Max Ernst und Pablo Picassopersönlich kennenlernte. Nach kurzer Teilnahme am Spanischen Bürgerkrieg im Thälmann-Bataillon wurde die französische Hauptstadt das Lebenszentrum des Paares.
1938 wurde Francis Bott Mitbegründer des „Freien Deutschen Künstlerbundes“. Bei Kriegsbeginn am 1. August 1939 wurde er interniert; er meldete sich als Freiwilliger für die französische Armee, wurde jedoch zunächst in verschiedene Lager verbracht. 1940 wurde Bott einer Einheit der britischen Armee zugewiesen und gelangte so nach Toulouse, wo Manja bereits eingetroffen war. Nach dem Ende der Kampfhandlungen wurde Bott in eine Liste von 87 deutschen Widerstandskämpfern aufgenommen, die gemäß dem Waffenstillstandsvertrag an die Nationalsozialisten auszuliefern waren. Er tauchte unter und arbeitete als Holzfäller in Couiza südlich von Carcassonne in den Corbières.
Am 14. Oktober 1940 heiratete Francis Bott Maria Gruschka, eine Konzession an die bürgerliche Welt, der er entstammte. Als am 11. November 1942 deutsche Truppen „Vichy-Frankreich“ besetzten, zogen sich Francis und Manja Bott nach Aurillac in das Département Cantal(Zentralfrankreich) zurück, und Bott schloss sich der Widerstandsgruppe der „Francs-tireurs et partisans“ an. Nach der Befreiung von Paris 1944 kehrten Bott und seine Frau dorthin zurück, und Bott verdiente seinen Lebensunterhalt durch Gelegenheitsarbeit. 1946 bezog Bott mit Manja ein Atelier auf dem Montparnasse. Frankreich blieb seine Wahlheimat. 1961 starb Manja an den Folgen von Krankheiten, die sie sich während der Zeit der Verfolgung zugezogen hatte.
usw