Anny Vonzun, Originalfarblithografie


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Künstlerin: Anny Vonzun, ∗ 31.3.1910 St. Moritz, † 6.8.1990 Chur


Technik: Originalfarblithografie mit Passpartout und hinter Glas

Grösse: 68 x 60 cm mit Rahmen; 43,5 x 34,5 cm Bildmass

Rahmen: guter Zustand, mit Goldrand innen beim Passpartout, nur leichte Bestossungen

Signatur: signiert unten rechts und unten links nummeriert. Blatt 65 von 200 Ex.

Zustand: Zustand gut und aufhängefertig!


Versandkosten/Abholung: dieses Werk kann bei uns gratis abgeholt werden, oder wir stellen es per Kurier zu. Kosten ganze Schweiz CHF 35.–. Bilder hinter Glas und in dieser Grösse werden nicht per Post oder übllche Kurierdienste versandt!


Die Künstlerin 

Anny Vonzun wächst in St. Moritz auf. 1918 wird ihr Vater Opfer der Grippe-Epidemie, 1924 stirbt ihre Mutter. Die 14-Jährige verbleibt mit ihren drei Schwestern in St. Moritz. 1929 Welschlandjahr in Neuchâtel. 1930–31 Kunstgewerbeschule Zürich, Unterricht bei Otto Baumberger und Julius de Praetere, am Polytechnikum Aktzeichnen bei Hans Gisler. 1932–36 Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Basel in der Malereiklasse von Arnold Fiechter; zu ihren Lehrern zählen Georg Albrecht Mayer, Hermann Meyer und Fritz Baumann. 1937 erste Ausstellung beim Churer Antiquar Moham, die Vonzun Anerkennung und die Bekanntschaft mit dem Churer Maler Leonhard Meisser einträgt, dann Studienaufenthalt in Paris an der Académie Ranson unter Roger Bissière; Passivmitglied der Gesellschaft Schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten (GSMBA). 1937 Verlobung mit Leonhard Meisser, 1939 Heirat und Niederlassung in Chur. 1941 Mitglied der Gesellschaft Schweizerischer Malerinnen, Bildhauerinnen und Kunstgewerblerinnen (GSMBK), in der Folge regelmässige Beteiligung an Gruppenausstellungen in der ganzen Schweiz.


Vonzun gehört zweifach einer «vergessenen Generation» an, wie es der Titel der Churer Ausstellung 2010 zu ihrem 100. Geburtstag suggeriert: Zeitlebens bleibt sie der figurativen Malerei verpflichtet, die von den Avantgarden der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwertet und verdrängt wird. Vonzun ist aber auch eine jener Frauen, die ein neues Selbstbewusstsein aus der Aktualisierung des traditionellen Frauenbildes schöpfen und deshalb keinen radikalen Bruch mit herkömmlichen Rollenmustern vollziehen. Von diesem Geist getragen ist die Schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit (Saffa) von 1958 in Zürich, an der sich Vonzun mit einer grossformatigen Schlitteda für das Haus der Kantone beteiligt.

Vonzuns Werk ist geprägt von dem Spagat zwischen Eigenständigkeit und den Verpflichtungen ihrer Rolle als Gattin eines Malers. So tabuisiert sie für sich die heimische Landschaft als die Domäne ihres Mannes und konzentriert sich auf Stillleben und Interieurs sowie Kinderbildnisse, mit denen sie Erfolge feiert, da sie das Wesen der kleinen Persönlichkeiten mit sparsamen Mitteln und ohne jeden Schematismus lebendig zur Geltung zu bringen versteht. Ihre unverwechselbar eigenen Motive findet sie auf den Reisen, die für sie als Ausgleich zur kleinstädtischen Enge von Chur unentbehrlich sind: Nach Kriegsende fährt sie mit ihrem Gatten jährlich mindestens einmal nach Paris, später in die Normandie, die Provence, nach Italien, Spanien, Griechenland, Portugal und Nordafrika. Vonzuns Arbeiten der 1940er- und 1950er-Jahre, deren gedeckte, tonige Farben eher düster anmuten, zeigen urbane, überwiegend Pariser Szenen, Ansichten von Kathedralen und Hafenanlagen. Erst unter dem Eindruck des südlichen Lichtes hellt sich Vonzuns Palette allmählich auf. Angeregt von Albert Marquet sowie den Nabis Pierre Bonnard und Edouard Vuillard, komponiert sie ihre Werke klar und einfach, aus zusammenfassenden, farblich abgestimmten Flächen.

Malt Vonzun in den 1940er-Jahren noch vor dem Motiv, hält sie später ihre Eindrücke in Skizzen fest, um sie im Atelier bildmässig umzusetzen, sei es in Gemälden oder in grafischen Arbeiten wie Lithografien, Holzschnitten oder Monotypien. In den 1960er- und 1970er-Jahren entstehen auf ihren Reisen nach Südeuropa und Nordafrika eindrückliche Schwarz-Weiss-Fotografien von Landschaften und Alltagszenen. Eine Tendenz zur Abstraktion zeigt sich, wiewohl im Rahmen des Figurativen, in ihrem späten malerischen Werk: In 1970er- und 1980er-Jahren rhythmisiert Vonzun karge südliche Landschaften mit Tierherden und entdeckt das Motiv des durch Land, Wasser und Himmel horizontal gebänderten, menschenleeren Strandes.

Werke: Bern, Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Kultur; Chur, Bündner Kunstmuseum; Chur, Stiftung Leonhard und Anny Meisser-Vonzun (künstlerischer Nachlass).

 

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