OFDB Filmkritiken:
Ein schmieriger Naval-Intelligence-Offizier benutzt seinen Einfluss und seine ihm unterstellten Mannen dazu, vierzig Millionen Dollar zu klauen, die eigentlich der CIA gehören. Die wiederum hat sich das Geld vorher selber ergaunert und nutzt nun ihre überaus lebhaften Kontakte zu den führenden finsteren Gestalten der mexikanischen Drogenmafia, um ihr Geld wiederzubekommen. Die Knete mag man im Hause der zentralen Intelligenz übrigens unbedingt wieder haben, denn von Anfang an wird so ziemlich jeder Informationsträger gefoltert, der nicht bei Drei auf dem Baum ist. Auch die Polizei ist nicht etwa Felsen in der Brandung perfiden Gewinnstrebens, sondern veruntreut und verwischt natürlich ordentlich mit. Und irgendwo in diesem Durcheinander an kaum fassbarer, vollkommen verkommener Dreistigkeit so ziemlich aller staatlichen Institutionen bahnen sich Mark Wahlberg und Denzel Washington als zueinander findende Kumpels ihren Weg durch einen - meist von den beiden selbst aufgetürmten - Wust an Toten. So richtig Sinn macht da, und das darf ohne zu viel zu verraten gesagt werden, bei genauerer Betrachtung eigentlich nichts mehr, aber macht ja nichts. Ein unterhaltsames Buddy-Movie als Gag-Lieferant braucht kein millionenschweres Drehbuch. Nur zwei gut gelaunte Hauptdarsteller, denen genügend Gründe geliefert werden, ohne längere Pausen um sich herum alles zu zerbröseln.
DEA-Ermittler Bobby (Denzel Washington) und Army-Offizier Stig (Mark Wahlberg) arbeiten als Gangsterduo bereits seit Jahren zusammen. Sie wissen und ahnen nichts von der geheimen Identität des jeweils anderen. Als sie im Auftrag ihrer Dienststellen einen großen Coup vorbereiten und dann durchführen, merken sie, dass sie wesentlich mehr Geld erbeutet haben, als sie den Informationen nach hätten erbeuten können. Dass sie obendrein bereits im nächsten Moment von ihren Vorgesetzten nicht nur fallen gelassen, sondern umgebracht werden sollen, mutet den beiden begreiflicherweise äußerst befremdlich an. Als man schließlich gegenseitig die wahre Identität aufdeckt, einigt man sich nach einem kurzen Handgemenge unter Männern und wandelt fortan gemeinsame Wege, um die korrupten Vorgesetzten zu bestrafen und dem Recht zu seinem Recht zu verhelfen. Dabei geht man freilich kaum zimperlicher vor, als die gewohnt dämonenfies böse CIA. Dass Stig Bobby in den Arm schießt, um seine Weigerung zu tarnen, die Befehle seines Vorgesetzten auszuführen und seinen Partner zu erschießen, spielt in der Folge fast keine Rolle mehr. Wie im Actionfilm üblich macht ein echter Kerl aus einer Kugel im Arm kein Drama. Man ist höchstens ein wenig nachtragend.
Wie in letzter Zeit des Öfteren gern gesehen, setzt uns der isländische Regisseur Baltasar Kormakur ein Buddy-Movie vor und er macht seine Sache nicht schlecht. Mark Wahlberg, mit dem Kormakur bereits zuvor zusammenarbeitete („Contraband", 2012), und Denzel Washington agieren beinahe so unbeschwert authentisch im Duo, wie damals die beiden dauerprügelnden Italiener in ihrem sympathischen Kampf für runtergeputzte Minderheiten. Da werden dem Gegenüber spaßige Steilvorlagen und komödiantisches Auftrumpfen am laufenden Meter geliefert, wobei Dialoge und Situationskomik nie in Blödelei ausarten, sondern feinabgestimmt jederzeit restlos überzeugen. Einzig das Szenario selbst ist so überzogen, der Realität entflohen und streckenweise etwas arg strapaziert, dass man, dem Actionkino der 80er gewahr, dem Drehbuch am liebsten die nicht zu Unrecht beliebte Floskel Weniger-ist-manchmal-mehr empfehlen möchte. Dass man der CIA und der Army gehörig an den Karren fahren wollte im Hause Kormakur ist ja soweit für einen überzeugten Europäer ganz nett, hätte aber feinfühliger untergehoben und nicht mit dem Presslufthammer an die Stirn getackert werden müssen. Die Argumentationsmuster der in der Folge alles unter den Tisch kehrenden, bald von den beiden gejagten Helden unter größter Gefahr konsultierten übergeordneten Stellen sind so albern, dass man sie nicht glauben mag. Aber wen stört das wirklich? Dass jeder Mafiaboss einen abgeschnittenen Kopf in einer Tasche auf dem Frühstückstisch liegen hat und jeder CIA-Agent noch lieber foltert als der Jigsaw-Killer wissen wir auch ohne Kormakurs Dauerfeuer auf die US-Behörden.
Wenn dann zu guter Letzt alle beteiligten Finsterlinge erwartungsgemäß in einem Orkan kleinerer und größter Kaliber von der Erdoberfläche gefegt werden und nur noch unsere beiden grundsympathischen Buddys aufrecht stehen, ist es Zeit für die Rache Bobbys. Denn bevor man sich nach dem Showdown aus dem mexikanischen Nirgendwo zu Fuß auf den Weg nach Hause macht, schießt er seinem Partner Stig noch kurz ins Bein. Jetzt ist man endlich quitt und ulkig ist es ja auch. Und während der eine Partner den nun verletzten anderen Partner die nächsten 40 Meilen durch die Wüste trägt, hat man ja genug Zeit über die Wahl des Zeitpunkts der eben verübten Rache zu sinnieren.