Zuges. CHARLES BÄNNINGER (CH, 1897-1973)


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Zürich, Lithographie auf Papier, um 1960, signiert & numm.

Künstler:  zugeschrieben Charles Otto Bänninger (Schweiz, 1897-1973).

Titel: Ohne Titel (Zürich).

Jahrgang:  Um 1960.

Bezeichnet:  Signiert und nummeriert. 

Format:  500 x 385 mm.

Technik:   Lithographie auf Papier. 

Auflagehöhe:  200 Exemplare. 

Literatur: --- 

Anmerkung: ---

Zustand:   Minimst unsauber und knittrig. 

Provenienz: Privatsammlung, Bern.


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Zu Künstler und Werk: Otto Charles Bänninger wuchs in Zürich auf. Bereits sein Vater Friedrich, von Beruf Lehrer, malte und modellierte. Bei Franz Wanger in Zürich absolvierte Bänninger 1913–16 eine Bildhauerlehre. 1920–21 besuchte er die Académie de la Grande Chaumière in Paris, wo er sich bei Emile-Antoine Bourdelle (1861–1929), Meisterschüler von Rodin (1840–1917), weiterbildete. 1929–1951 verheiratet mit der französischen Bildhauerin Germaine Richier, Mitschülerin im Atelier Bourdelles. Nach Bourdelles Tod 1929 vollendete Bänninger in den folgenden zwei Jahren die angefangenen Werke seines Lehrers. 1928 kurze Reise nach Florenz, Rom, Neapel und Pompeji, wo sich Bänninger mit der Antike und der Renaissance auseinandersetzte. Gezeichnete und gemalte Landschafts- und Figurenstudien. Reise nach Spanien. 1932 Rückkehr nach Zürich, alljährlich mehrmonatige Aufenthalte in Paris, bevor er sich 1939 endgültig in Zürich niederliess. 1936 Mitglied des Salon d’automne. Nach dem Zweiten Weltkrieg wieder Aufenthalte in Paris. Bänningers Schaffen wurde mit zwei Kunstpreisen ausgezeichnet: 1942 1. Internationaler Preis für Skulptur an der Biennale di Venezia und 1956 Kunstpreis der Stadt Zürich.

Otto Charles Bänninger konzentriert sich auf klassische Themen. Im Gegensatz zu seiner Frau, Germaine Richier, die sich zeitweilig der Abstraktion nähert, arbeitet er ausschliesslich figürlich. In den Pariser Jahren steht er deutlich unter dem Eindruck von Rodin und Bourdelle. Zu Beginn seiner künstlerischen Entwicklung sind seine Werke von einer bewegt modellierten Oberfläche geprägt, die sich im Verlaufe der 1930er-Jahre, unter dem Einfluss eines neuen Realismus und einer allgemeinen Rückbesinnung auf das Klassische, strafft. Durch diese Wandlung zu einer mehr flächigen und volumenbetonten Formensprache findet der Künstler seinen eigenen Stil. Er gehört nun wie beispielsweise Karl Geiser zu den Schweizer Bildhauern, die die von Hermann Haller, Hermann Hubacher und anderen Plastikern erneuerte Tradition eines klassischen Menschenbildes fortsetzen. In seinen Skulpturen kommt die Beherrschung von Material und Form ebenso zum Ausdruck wie ein sicheres Gespür für eine geschlossene Gesamtwirkung. Seine Figuren leben von einer immanenten Spannung, die durch eine vital empfundene Oberfläche nach aussen strahlt.

Wichtige Werkgruppen innerhalb seines Œuvres bilden die Bildnisse und die Denkmäler. Herausragende und von feiner Charakterisierung geprägte Werke sind die Porträts des Schriftstellers Charles-Ferdinand Ramuz (1942–48), des Kunstsammlers Oskar Reinhart (1946, beide Winterthur, Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten) oder des Industriellen und Kunstsammlers Emil Bührle (1957, Kunsthaus Zürich). Der Künstler verfügt aber nicht nur über ein starkes Einfühlungsvermögen, er ist auch in der Lage, sich in architektonische und städtebauliche Gegebenheiten einzulesen, was ihm von den frühen 1930er- bis in die 1960er-Jahre zahlreiche Aufträge für Denkmäler und Kunst am Bau einbringt:, beispielsweise Knabe mit Pferd, 1939, Schweizerische Landesausstellung in Zürich (zerstört). Bei den öffentlichen Werken, die auf Fernsicht angelegt sind, dominieren grosszügige Formen, klar gerichtete Bewegungen sowie eine prägnante Silhouette.

Bänninger gehört zu den wichtigsten Bildhauern der Zwischen- und Nachkriegszeit in der Schweiz. Er leistete mit seinen Werken einen eigenständigen Beitrag zur Geschichte der modernen und insbesondere der figürlichen Plastik.

Werke: Kunstmuseum Bern; Freiburg i. Ue., Universität, Aulatüre, 1943; Lausanne-Ouchy, Reiterstandbild Henri Guisan, 1967; Olten, Aarebrücke, Brückenplastik Remonte!, ab 1957; Schaffhausen, Münster, Bronzeportal, ab 1957; Winterthur, Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten; Kunstmuseum Winterthur; Kunsthaus Zürich; Zürich, Hotel Limmathaus, Der barmherzige Samariter, 1931; Zürich-Wollishofen, Neue Kirche, Speisung der Fünftausend, 1936; Zürich, Grossmünster, Bullinger-Denkmal, 1939–1940; Zürich, Sechseläutenplatz, Schreitende, 1942–46; Zürich, Universitätsspital, Der Genesende, 1946–48; Zürich, Muraltengut, Pferd, 1955; Zürich, Quai-Anlage Hafen Enge, Gottfried-Keller-Denkmal, 1967.

Susanne Schrödter, 1998, aktualisiert 2010


(Quelle: Sikart)


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