DVD hat leichte Gebrauchspuren.
OFDB Filmkritiken:
„Lost Memories: 2009“, „Tube“, „Shiri“ und nun „Yesterday“; so langsam habe ich die koreanischen Mega-Blockbuster der letzten Jahre alle durch. So beeindruckend die Bildpracht bei einem Budget von 5 Millionen Dollar auch ausfällt, auch in „Yesterday“ ist kein tauglicher Plot vorzufinden.
Die ersten zehn Minuten versprechen, wie schon in den oben erwähnten Verwandten, wieder eine ganze Menge. Der Sohn des Polizisten Seok (Kim Seung-Woo) wird von Terroristen in einer Hütte auf dem Land fest gehalten, Spezialeinheiten umstellen das Gebäude und der Vater führt höchstpersönlich den Angriff an. Während der folgenden Ballerei lässt sich einmal mehr feststellen, dass Korea, was Action angeht, trotz wesentlich kleinerer Budgets amerikanischen Produktionen in nichts nachsteht. Besonders positiv fällt hierbei auf, dass die Kamera nicht ständig so wackelig wie „Shiri“ oder „Tube“ geführt wird, sondern mit Fast-Motion und kürzeren Kameraverschlusszeiten gearbeitet worden ist. Jede Menge Explosionen, aufgewirbelter Staub und eine bleihaltige Luft sorgen für einen Adrenalinkick. Den hat auch Seok und erschießt bei der Erstürmung des Gebäudes aus Versehen seinen Sohn…
Zwanzig Jahre später: Einmal mehr ist Korea wiedervereint, auch wenn das hier für den Film keine Rolle spielt. Die „Inter-City“, die Metropole in der „Yesterday“ größtenteils spielt, wird optisch größtenteils wie in unserer Gegenwart präsentiert. Nur in wenigen Szenen, in denen dann futuristische Reklamen, ungewöhnliche Kommunikationsmittel, Terminals, DNA-Testgeräte oder modern designte Gebäude präsentiert werden, erkennt der Zuschauer, dass man sich in der Zukunft befindet. Leider zieht der Film aus seinem Zukunftsszenario so gut wie keinen Nutzen und hätte ebenso gut vor zwanzig Jahren spielen können. Nur dann wären die Charaktere eben noch etwas jung gewesen.
Die erste Hälfte des Films tappt der Zuschauer zusammen mit den Protagonisten komplett im Dunkeln. Der Polizeichef wurde generalstabsmäßig entführt, man kennt die Ziele des Killers nicht, weiß aber, dass er in der Vergangenheit schon einige hochrangige, ehemalige Regierungsangestellte hingerichtet hat. Die Suche nach ihm steckt voller Verfolgungsjagden, Schießereien und Autokarambolagen. Die Action ist auf dem Niveau des Beginns, mitunter hübsch choreografiert und vor allem spannend. Den Grossteil seines Reizes bezieht der Film indes aus seiner Dunkelheit. In „Yesterday“ geschieht das Meiste bei Nacht. Mitunter regnet es und die schmutzigen Slums, der Hafen und die überfluteten Abwasserkanäle tragen nicht gerade zum Behagen der Polizeitruppe um Seok bei. Die gehen, um ihren Chef zu finden, dabei nicht gerade zimperlich mit Unterweltfiguren, von denen sie Informationen erwarten können, um.
Leider läuft es mit den Charakteren und den Ermittlungen nebenher nicht so gut. Der deprimierte Seok ist nur der weitere Abklatsch eines müden Bullen, der mit einem tragischen Vorfall seiner Vergangenheit erneut konfrontiert wird und seine Mitstreiter nur Schema-F-Figuren, die später sinnlos vergeudet werden. Heesu (Kim Yun-Jin), die Tochter des Polizeichefs, versucht vergeblich ein Profil des Killers zu erstellen, während die Ermittlungen von Zufällen und nicht immer nachvollziehbaren Handlungsweisen vorangetrieben werden.
Hinzu gesellt sich eine katastrophal konfuse Story, die dem Film fast den Rest kippt. In den ersten 60 Minuten erfährt man kaum etwas über die Beweggründe des Killers, um dann von Informationen fast erschlagen zu werden. Die Genexperimente bieten dabei wenig Innovatives, während die Verbindungen von Gut und Böse beim Zuschauer nur noch mehr Verwirrung stiften. Wäre da nicht der ein oder andere ausufernde und wieder exzellent inszenierte Shootout, könnte man getrost abschalten. Spätestens bei der fantastisch angehauchten finalen Rettung hat es sich der Film beim Zuschauer endgültig verscherzt.
Fazit:
„Yesterday“ ist ein makellos inszenierter Science-Fiction-Thriller, der mit erstklassigen und ausufernden Actioneinlagen, die von Ballereien bis zu Autoverfolgungsjagden reichen, aufwarten kann. In einer düsteren Zukunft jagen die Cops durch allerlei ungemütliche Locations und müssen sich, trotz spannender Jagd, schließlich nach etwa einer Stunde dem wirren Skript geschlagen geben, das schlicht und einfach überfordert. Warum die Geschichte nicht einfacher erzählen, sondern ihn mit Experimenten und Verbindungen überfrachten? Schade, hier wäre mit Fingerspitzengefühl und einem guten Autor viel mehr möglich gewesen.