OFDB Filmkritiken:
Solomon Kane basiert auf der Figur einer Romanreihe des amerikanischen Autors Robert E. Howard und stellt einen durch etliche Schlachten kampferfahrenen Recken dar, der weder Tod noch Teufel fürchtet. Ob sich diese filmische Umsetzung nahe an den Romanen orientiert mag ich nicht zu beurteilen, da ich die literarische Vorlage nicht kenne, doch der Film ist ein absolut überzeugender Mix aus verschiedenen Genres. In der Hauptsache mit allen Zutaten des Abenteuerfilms ausgestattet, wird die Geschichte zudem noch mit herrlichen Fantasy-Einflüssen und diversen Horror-Elementen angereichert, so das sich für den Zuschauer letztendlich eine wirklich sehenswerte Genre-Kombination ergibt, die von der ersten bis zur letzten Minute erstklassige Unterhaltung bietet. Regisseur Michael J. Bassett hat mit James Purefoy genau den richtigen Darsteller für den Titelhelden gewinnen können, denn man nimmt dem guten Mann die Rolle als gnadenloser Kämpfer jederzeit ab. Seine Performance ist jedoch nur ein einzelner Baustein in diesem erstklassig dargestellten Szenario, das sich der ungeteilten Aufmerksamkeit des Betrachters ganzzeitig gewiss sein kann.
Dafür sorgt allein schon die wirklich spannende Geschichte, die zudem mit einer erstklassigen Grundstimmung ausgestattet ist. Denn in der Welt des Solomon Kane herrscht Hoffnungslosigkeit und Tristesse vor, was durch die wunderbar blass gehaltenen Bilder ganz besonders in den Vordergrund gerückt wird. Es ist eine schmutzige Welt, die dunkel und düster erscheint und in der ständig anhaltender Dauerregen zusätzlich dafür sorgt, das sich die deprimierende Atmosphäre auch auf einen selbst überträgt. Phasenweise fühlt man sich wie von einer zentnerschweren Last erdrückt und kann ein aufkommendes Gefühl der Beklemmung keinesfalls ignorieren. Die Stimmung schlägt einem ziemlich auf das Gemüt und entfaltet gerade durch diesen Aspekt ihre volle Intensität. Passend dazu sind dann auch die beigefügten Horror-Elemente, denn dämonische Kräfte herrschen über das Land und vernichten die Einwohner. Dabei erscheint die Böse Seite der Geschichte fast selbstverständlich in schwarz und unterstützt die bedrohlichen Züge des Filmes ungemein. Der Kampf zwischen Gut und Böse wird ja nun in unzähligen Filmen jeglicher Genres immer wieder gern gezeigt, doch in "Solomon Kane" ist er durch den Einsatz blasser Farbfilter genau so dargestellt, wie man ihn sich immer wieder in der eigenen Fantasie vorstellt.
Hier erscheint das Leben keinesfalls lebenswert, positive Eigenschaften sucht man vergebens und selbst das Wetter in dieser trostlosen Welt lässt keinen einzigen Sonnen-Schimmer erkennen. Einzig und allein Solomon Kane ist die einzige Hoffnung der Menschen und obwohl der kampferprobte Recke dem Kämpfen abgeschworen hat, wird er durch geschickte Manipulation der dämonischen Kräfte zu einer alles entscheidenden Schlacht gezwungen, die zu allem Überfluss auch noch in seinem ehemaligen zu Hause stattfindet. Dieser finale Showdown ist dann im Prinzip auch das Einzige, das man mit etwas negativer Kritik versehen könnte, fällt der finale Endkampf gegen eine überdimensional große Teufelsgestalt doch etwas unspektakulär aus, an dieser Stelle hätte man durchaus etwas mehr bewerkstelligen können. Dies stellt jedoch lediglich ein kleines Manko dar, denn ansonsten ist das Gesamtbild doch absolut überzeugend. Besonders haben mir vor allem die variierenden Tempowechsel innerhalb der Erzählung gefallen, wird man doch einerseits mit einer eher ruhigen-und bedächtigen Erzählweise konfrontiert, um dann andererseits immer wieder mit temporeichen Action-Passagen konfrontiert zu werden, in denen es ordentlich zur Sache geht.
So kann man letztendlich festhalten, das es sich hier um einen in allen Belangen überzeugenden Genre-Mix handelt, der dem Zuschauer jede Menge Abwechslung bietet und zudem noch eine äußerst spannende Geschichte erzählt. Gute Darsteller und eine extrem dichte Grundstimmung runden ein gelungenes Gesamtwerk ab, das man unbedingt gesehen haben sollte. Hier wurde wirklich alles für ein gelungenes Film-Erlebnis getan und das merkt man auch in jeder einzelnen Einstellung. Einige Kritiken im Netz lassen zwar eventuell etwas anderes vermuten, denn so manches Mal kommt dieser tolle Film gar nicht so gut weg. Mir persönlich ist das vollkommen unverständlich, präsentiert sich doch allein schon optisch gesehen eine Welt voller Tristesse, die so dermaßen authentisch erscheint, das man die aufkommende Hoffnungslosigkeit förmlich mit jeder einzelnen Faser des eigenen Körpers spüren kann. So taucht man ganz tief in das Geschehen ein und wird zu einem teil des Kampfes zwischen Gut und Böse, der auch einen nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis hinterlässt.
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