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Sleepless - Eine tödliche Nacht


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Evita ~

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Età (a partire da)

16 anni

Formato

Blu-Ray

Genere

Thriller

Tipo di media

Lungometraggi

Condizioni

Usato


OFDB Filmkritiken:


„Gib mir mehr Bass!" - ein Copthriller mit Beat


Schon zu den Opening Credits wummert und dröhnt es aus den Boxen, dass es eine wahre Freude ist. Immer vorausgesetzt natürlich, man hat eine Faible für druckvollen Elektro-Sound. „Gib mir mehr Bass!" soll Baran Bo Odar schon beim Hacker-Thriller „Wo am I?" geradezu mantramäßig von seinem Komponisten Michael Kamm gefordert haben, so dass der sich schon ein entsprechendes T-Shirt drucken lassen wollte. Die beiden kennen sich schon aus Zeiten, als das Arbeitsverhältnis noch umgekehrten Vorzeichen folgte und der Filmstudent Odar Musikvideos für den Popstar Kamm und seine Band Nova International drehte. Inzwischen hat es Odar sogar nach Hollywood geschafft, eine große Chance auch für seinen Filmkomponisten-Buddy Kamm. Und das Projekt hätte passender kaum sein können, für beide.

„Sleepless" ist ein rasant getakteter Copthriller, der in allererster Linie drei Prämissen folgt: „hunt", „chase" and „run". In dieser Hinsicht ähnelt er frappierend dem hiesigen Überraschungserfolg „Who am I", bei dem der Protagonist sich ebenfalls in einem undurchsichtigen Gestrüpp aus gesetzlichen Grauzonen, zwielichtigen Gestalten und akuter Lebensgefahr gefangen sah, aus dem er durch permanente Improvisation und Beweglichkeit auszubrechen versuchte.

In „Sleepless" ist dieser gnadenlos Gehetzte kein Berliner Hacker, sondern ein Las Vegas Undercover-Cop. Unverschuldet gerät er allerdings nicht ins Kreuzfeuer zwischen Unterwelt, Kollegen und internen Ermittlern. Denn Vincent Downs hat mit seinem Partner Sean Cass nicht zum ersten Mal ein Drogengeschäft vereitelt, um das eigene Gehalt aufzubessern. Nur diesmal hat er die Falschen beklaut und sich den korrupten Casino-Boss Stan Rubino zum Feind gemacht, der wiederum dem örtlichen Drogensyndikat verpflichtet ist. Mit deren sadistischen Juniorboss Rob Novak ist nicht zu spaßen, also entführt Rubino Downs Teenager-Sohn und droht in zu Töten, falls das Kokain nicht schnellst möglich wieder auftaucht. Downs bleibt keine Wahl, allerdings hat auch die interne Ermittlerin Jennifer Bryant Witterung aufgenommen und ist ihm dicht auf den Fersen ...

Das Szenario klingt jetzt natürlich nicht bahnbrechend originell und wirkt wie aus zahllosen Genrefilmen zusammen gebastelt. Tatsächlich ist „Sleepless" sogar ein 1:1 Remake des französischen Thrillers „Nuit Blanche" („Sleepless Night - Nacht der Vergeltung") von 2011. Diese Plagiaterie ist ein gängiges Geschäftsmodell Hollywoods, da ausländische Filme in den USA nicht synchronisiert werden und so bestenfalls ein Spartenpublikum erreichen. Der Qualität von „Sleepless" tut dies keinen Abbruch, zumal Baran bo Odar sämtliche Stärken des Originals in seine Version hinüber retten konnte. Der verschachtelte Plot ist spannend, die düstere Grundstimmung allgegenwärtig und das Tempo enorm hoch.

Dennoch gelingt es dem Regisseur eigene Akzente zu setzen, vor allem bei Bildgestaltung und Sound. Las Vegas wird zum eigenen Charakter, der von Odar bewusst als Zwitterwesen inszeniert wird, hinter dessen glänzender Glitzer- und Glamour-Fassade ein Abgrund aus Verbrechen, Gewalt und Korruption lauert. Wie bei „Who am I" spielt ein Großteil der Handlung nachts und ist von einem metallisch-kühlen Blaustich durchzogen. Auch der Score weist gewisse Parallelen auf. Zwar gibt es durchaus orchestral eingespielte Passagen, aber in Erinnerung bleibt vor allem ein Synthesizer-basierter, enorm basslastiger Elektrosound, der das hohe Tempo und die allgegenwärtige Gehetztheit kongenial untermalt und teilweise sogar verstärkt. Michael Kamm hat hörbar Odars Mantra verinnerlicht, wobei es bei „Sleepless" schlicht perfekt mit Handlung und Erzählweise harmoniert.


Darstellerisch sind hier natürlich keine Glanzlichter zu erwarten, aber dank einiger bekannter Namen bekommen die nicht sonderlich differenziert ausgearbeiteten Figur durchaus Profil. Jamie Foxx (Downs) muss nicht viel mehr tun, als sich beherzt seiner Gegner zu erwehren und das Heft des Handelns in der Hand zu behalten. Das hat schon in „Miami Vice" ganz gut geklappt und funktioniert auch hier. Nur mit der Vermittlung tieferer Gefühlsregungen hapert es ein wenig, aber auch das ist nicht neu und in „Sleepless" glücklicherweise immer nur kurzfristig gefragt. Michelle Monaghan bleibt als engagierte interne Ermittlerin da schon eine Spur blasser, dafür legen Dermot Mulroney (Rubino) und Scoot McNairy (Novak) ihre Gangsterrollen genüsslich perfide an, unterwürfig-schmierig der eine, brutal-sadistisch der andere.


Baran Bo Odar hat jedenfalls das in ihn gesetzte Vertrauen voll erfüllt. Schade, dass versiertes Genrekino hierzulande so wenig Wertschätzung erhält und heimische Talente zwangsläufig irgendwann nach Hollywood flüchten. Dort kann er aber gerne bleiben, denn da gibt es wenigstens standesgemäße Budgets und geneigte Produzenten. Von seinem filmmusikalischen Partner Michael Kamm wird man hoffentlich auch noch öfter hören und der muss auch gar nicht flüchten.

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