Der Roman »Jenseits der Liebe« von Martin Walser (* 1927), erschienen beim Verlag Suhrkamp in Frankfurt am Main, beleuchtet das Schicksal eines scheinbar unpolitischen Menschen, der - wie er glaubt ohne weltanschauliches Engagement - seine Befriedigung einzig in dem Streben nach Anerkennung durch seinen Brotgeber sucht. Erst der soziale Abstieg macht dem Juristen Franz Horn klar, dass die These von der Interessengemeinschaft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern die Unmenschlichkeit der wirtschaftlichen Ausbeutung nur verhüllt, nicht aufhebt. Walsers Held sieht sich vor die schmerzhafte Erkenntnis eines vertanen Lebens »jenseits der Liebe« und vor die Notwendigkeit grundsätzlicher Neubesinnung gestellt.
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