Buch 1x gelesen, aber wie neu.
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Turner, Ex-Cop und Ex-Psychotherapeut betritt zum zweiten Mal die literarische Bühne. Im Juni 2011 wird der Abschluss der Trilogie Salt River (Dunkles Verhängnis) auch auf Deutsch vorliegen.
Wenigstens ein bisschen Zeit Trauerarbeit zu leisten. Denn die kommt unweigerlich auf Turner zu.
Nachdem sein Kollege Don Lee einen angetrunkenen Autofahrer verhaftet hat, der zufälligerweise über 200 00 Dollar in einer Aktentasche mit sich führte, wird dieser aus dem Kleinstadtgefängnis befreit. Dabei werden Don Lee und die Sekretärin June schwer verletzt.
Die Spuren der Entführer weisen nur allzu deutlich auf die Mafia und führen nach Memphis. Turner macht sich auf, der Gerechtigkeit auf kurze aber schmerzvolle Weise Genüge zu tun. Doch das führt außer zu einer kleiner Familienzusammenführung auch zu einer Situation, in der er, wieder daheim, ständig mit unliebsamem Besuch aus der Stadt rechnen muss. Eine mögliche Bedrohung nicht nur für ihn, sondern auch für seine Lieben.
Wer jetzt denkt, dass diese Inhaltsangabe auch nur ansatzweise den Gehalt der 236 Seiten, die Dunkle Vergeltung umfasst, wiedergibt, der irrt sich. Gewaltig. Die Turner-Trilogie ist zwar ein Noir wie er eigentlich im Buche steht, aber vom herkömmlichen Kriminalroman trennen ihn Welten. Der Handlungsstrang um die Mafia in Memphis und das Auftauchen ihrer Handlanger in der Provinz, ist nur eine Episode von vielen. Ermittlungen finden kaum statt, Turner weiß, wo er zu suchen hat und was er tun muss. So kommt es immer wieder zu kurzen, heftigen Gewaltausbrüchen, die aber so beiläufig, und auf das notwendigste Informationsgerüst entkleidet, erzählt werden, dass sie kaum zur Spannungssteigerung taugen.
Vielmehr ist Dunkle Vergeltung ein Roman in dem es um Lebensentwürfe geht, um Verlust und Hoffnung. Hauptsächlich um Verlust. Turner räsoniert für sein Leben gern über seine Vergangenheit und Gegenwart. Die Zukunft ist ein schwarzes Loch mit gelegentlichen Lichteinbrüchen. Turner sitzt da und beobachtet: die Menschen um ihn herum, sich selbst, die Geschehnisse, sowohl in ihrer teils rätselhaften Einzigartigkeit wie die Wellen die sie schlagen. Er ist der typische Einzelgänger des Noir, kryptisch in seinen Gedanken, gerade heraus in seinen Worten und Taten. Und doch ist er ganz anders; denn es gibt Menschen, die ihn aufgenommen haben in ihre Mitte, die ihn beschützen wollen, ihm das Beste wünschen; dem Fremden in einem fremden Land.
Der auf der Suche ist nach dem perfekten Klang, nicht jenen Ton, der so einzigartig ist in seiner Schönheit, dass man nichts anderem mehr lauschen möchte, sondern jener Melodie, die das eigene Leben mit sich selbst in Einklang bringt. Endlich. Und wenn er ganz dicht davor ist, diese Melodie zu finden, mit Freunden in der Nähe, der wiedergefundenen Tochter als Vorgesetzte und einer Liebe, die sowohl Einklang wie eigene Stimme verheißt, spielt doch das Leben, dass sich einen Scheiß um Schuld, Strafe und Sinnsuche schert, den einen Song, der die persönliche Tonfolge aus den Angeln hebt.