Ewiger Winter Originalverpackt


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OFDB Filmkritiken:


Die ungarische Sicht auf den Zweiten Weltkrieg ist bislang weitgehend vernachlässigt worden, insbesondere die Schicksale von Frauen in sowjetischen Gefangenenlagern, auch Gulags genannt. Regisseur Attila Szász erweitert die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte um eine Romanze, die gegen Ende auffallend holprig vorgetragen wird.


Weihnachten 1944: Russische Soldaten verschleppen junge Frauen aus ungarischen Dörfern, darunter auch Irén (Marina Gera), die ihre kleine Tochter zurücklassen muss. Im Arbeitslager müssen sie in einer Mine Kohle abbauen, während kaum für jeden Nahrung da ist und sich Krankheiten verbreiten. Als sie den Gefangenen Rajmund (Sándor Csányi) näher kennen lernt, der ihr Taktiken zum Überleben beibringt, verliebt sie sich in ihn…

Selbst nach Stalins Tod 1953 gab es noch Arbeitslager, manche wurden erst Anfang der Sechziger geschlossen. Die unmenschlichen Existenzumstände werden leider nur recht oberflächlich angerissen, denn obgleich nagender Hunger, Kälte und Krankheiten wie Typhus thematisiert werden, lässt man zwei wesentliche Umstände in Bezug auf inhaftierte Frauen gänzlich außer Acht: Einerseits die traumatische Trennung vom Kind, anderseits die sexuellen Übergriffe seitens der Mitgefangenen oder des Wachpersonals.


Dennoch erhält man einen einigermaßen glaubwürdigen Einblick in den trostlosen Alltag, was nicht zuletzt an der soliden Ausstattung, den passenden Kulissen und den durchweg passabel aufspielenden Mimen liegt, während ein ausgefeiltes Make-up den Rest besorgt. Speziell im ersten Drittel greift eine allgegenwärtige Kälte um sich, zwischenzeitlich ist die Rede von Minus 30 Grad und nicht selten bleibt nach der Rückkehr aus der Mine kein Essen für Irén und ihre taubstumme Freundin übrig.


Als sich der Kontakt zu Rajmund intensiviert, ändert sich phasenweise auch die bis dato kollegiale Haltung von Irén. Zigaretten erweisen sich als probates Tauschmittel, um sich Vorteile gegenüber anderen zu verschaffen, was der jungen Frau deutliche Sympathiepunkte kostet. Erst ein kleiner Schicksalsschlag scheint ihr erneut die Augen zu öffnen.


Im letzten Drittel wird die Geschichte ein wenig übers Knie gebrochen. Plötzlich gibt es einen Break von satten vier Jahren, manche Begebenheit wird komplett unter den Teppich gekehrt, nur um letztlich eine Entscheidung in Sachen Liebe zu fällen. Die finalen Einstellungen versöhnen zwar, kaschieren jedoch nicht einige erzählerische Defizite.


Die Verzweiflung der Inhaftierten wird im ersten Drittel teils recht gut herausgearbeitet, die Gesamtsituation wirkt indes vergleichsweise verharmlost. Das Liebesgedöns hätte es rückblickend beinahe nicht gebraucht, zumal es dramaturgisch nicht sonderlich effektiv eingearbeitet wurde. Dennoch ein gut gespieltes und grundsolide ausgestattetes Drama mit einigen atmosphärischen Momenten, jedoch wenig Spannung und kaum mitreißenden Situationen.

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