OFDB Filmkritiken:
Die Vampir-Seifenoper geht in die dritte Runde und auch hier bin ich mal wieder positiv überrascht. Ich kann mir die vielen schlechten Bewertungen einfach nicht erklären. Zwar ist keiner der Twilight Filme ein überragender Streifen, aber sie in den unteren Rängen zu finden, wo sich verdienterweise sämtliche Boll-Werke tummeln, halte ich einfach für übertrieben. Allerdings bin ich der festen Ansicht, dass die meisten Bewerter die Bücher nicht gelesen haben und da kann ich es absolut nachvollziehen, wenn einem die Filme gegen den Strich gehen. Deswegen noch mal mein Appell an Alle : Haltet euch von den Filmen fern, wenn ihr die Bücher schon gehasst habt oder ihr die Bücher noch gar nicht gelesen habt. In diesem Fall sollte man erst die Bücher lesen und dann entscheiden, ob man sich die Filme antun würde. So nun aber zum Film. Band 3 der Buchreihe liegt qualitativ nicht weit hinter dem starken zweiten Band und deshalb ist es für mich inzwischen kaum noch verwunderlich, dass auch der dritte Film ca. die gleiche Stärke vorweisen kann wie der Zweite. In diesem Film geht es um die Abrechnung mit Victoria, bis hin zum Konflikt zwischen Jacob und Edward. Bella liebt Edward, Edward liebt Bella, Jacob liebt Bella, aber Bella liebt Jacob nicht, oder? Von allen bisher erschienenen Twilight Filmen hat dieser die meiste Action parat, was aber nicht automatisch heißen soll, dass man hier eine Schlacht, nach der Anderen geboten bekommt. Natürlich steht auch hier die Liebe und der Kitsch im Vordergrund, sowie das Generve von Edward und Bella. Aber dafür gibt es ja Jacob, der genau wie im Buch für die nötige Heiterkeit sorgt und für die meisten Lacher verantwortlich ist. Ein paar Abstriche gibt es aber leider auch hier, denn auch hier wurden wieder einige Sachen aus dem Buch stark reduziert. Besonders die historische Geschichte der Quileute, die ich für eine der interessantesten Hintergrundgeschichten der gesamten Saga halte, wurde hier stark verkürzt und wurde völlig lieblos erzählt. Auch die Vergangenheit von Jasper wurde viel zu kurz und rasch nebenbei erzählt, was ebenfalls im Buch viel intensiver rüber kam. Ebenfalls ein RIESEN Unding fand ich das komplette wegstreichen des Epilogs, wo Jacob für einen kurzen Moment das Zepter des Hauptcharakters in die Hand nehmen darf. Gerade diesen Epilog hielt ich für enorm stark und kann einfach nicht begreifen, wieso Regisseur David Slade diesen Epilog komplett raus genommen hat. In der vierten Verfilmung erwarte ich in dieser Hinsicht eine große Wiedergutmachung. Dafür hat man die Geschichte von der nervigen Rosalie Cullen gut hin bekommen. Alle wichtigen Sachen wurden bei ihr erwähnt und obwohl ihr Störfaktor enorm ist, hat sie eine der interessantesten Geschichten auf Lager. Zusätzlich bekommt man hier noch den schönsten Kuss der Twilight Saga geboten, der sowohl im Buch, als auch im Film zu meinen Lieblingsstellen gehört. Ich muss nochmals betonen, dass man unbedingt die Bücher kennen sollte, bevor man sich diesen Filmen stellt. Es ist kein Klischee, Mädchen werden nun mal diese Bücher und die Filme mehr lieben als Jungs. Aber ich schließe nicht aus, dass auch Jungs an dieser Reihe gefallen finden könnten. Nun bin ich gespannt auf die Verfilmung von "Breaking Dawn", die ja wie bei Harry Potter in zwei Hälften geteilt wird. Allerdings ist Band 4 der Tiefpunkt der gesamten Twilight-Reihe, obwohl sie eine der stärksten Phasen der gesamten Saga hat.
Fazit : Gleichwertig mit "New Moon". Edwards Nerv-Faktor sinkt ein wenig, Bellas Nerv-Faktor steigt ins Unermessliche. Jacob bleibt auch nach den Filmen für mich der absolut beste Charakter dieser Reihe, der die Geschichte sogar ein Stück weit am Leben erhält. Und nicht vergessen : Buch lesen, dann gucken!