Doppelconference von Hugo Wiener


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Lingua

Tedesco

Nazione

Austria

Tipo di libro

Libro d'epoca

Condizioni

Usato


Dieses Buch stellt keinen Beitrag zur Kulturgeschichte des Wiener Kabaretts dar, es soll nur allen jenen eine Erinnerung sein, die die »SIMPL-DOPPELCONFERENCE«, wie se KARL FARKAS und ERNST WALDBRUNN praktizierten, schätzten und liebten.


Die Dialoge wurden absichtlich nicht aktualisiert, es wurde nichts weggestrichen und nichts dazugeschrieben, sondern alles so belassen, wie es in den Jahren zwischen 1950 und 1965 von KARL FARKAS mit ERNST WALDBRUNN, MAXI BOHM, HEINZ CONRADS und FRITZ MULIAR auf der Bühne des Wiener Kabaretts »SIMPL« gesprochen wurde. September 1971 HUGO WIENER

 

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Die »Doppelconference« ist eine Erfindung der Kabarettisten, jeder zweite behauptet, sie sei von ihm. In Wien war es Fritz Grünbaum, der sie — mit Karl Farkas als Partner — populär machte und ihr eine spezifisch wienerische Note gab. Die »Doppelconference« ist als eine Art von Zwiegespräch anzusehen, in welchem ein »Gescheiter« versucht, sıch einem »Blöden« verständlich zu machen, wobei am Ende der Blöde nicht gescheiter, der Gescheite aber um vieles blöder wird. Als Fritz Grünbaum die Kriegsund Krisenzeit nicht überlebte, war es mit der »Doppelconference« vorerst zu Ende, aber mit den neuen Namen, die nach dem Krieg auftauchten und am Komikerhimmel zu Sternen wurden, wurde die Frage nach der »Doppelconference« wieder laut und lebendig. Karl Farkas hatte seine Herrschaft im legendären Wiener Kabarett SIMPL wieder angetreten, und ihm zur Seite standen Komiker wie Maxı Böhm, Heinz Conrads, Fritz Muliar und wohl im Alphabet, aber sonst nicht der letzte: Ernst Waldbrunn.


Fehlte nur noch der Autor, aber der war mit Hugo Wiener, dem erfahrenen Verfasser von Revuen, schnell gefunden, und damit begann das neue, unverwüstliche Leben der »Doppelconference«.


Was die Szenen und Dialogfolgen Hugo Wieners ın so hohem Maße auszeichnet, ist die Arbeit nach Maß, die auf den Schauspieler, dessen Komik, Mentalität und Persönlichkeit zugeschnitten ıst. Diese Maßarbeit Hugo Wieners ist so genau, daß der Zuhörer immer wieder den Eindruck gewinnt, es handle sich bei diesen Szenen nicht um vorgeschriebenen Text, sondern um freie Improvisation, die vom Schauspieler im Augenblick erfunden und wiedergegeben wird. Das aber bedeutet, daß der Schriftsteller, dem solches gelingt, sein Handwerk virtuos beherrscht. Durch jahrelange Erfahrung gereift, ist Hugo Wiener zu einem dieser Virtuosen geworden.


Mit diesem Buch tritt er aus der Anonymität des Verfassers von Revuen, in denen der Schauspieler immer die erste Geige spielt und vor dem Autor steht, als Schriftsteller an die Öffentlichkeit. Und was zumeist nur dem Schauspieler gelingt, Humor und gute Laune zu verbreiten, das gelingt auch Hugo Wiener mit diesem Buch.

 

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Wenn man über das Wiener Kabarett zu schreiben hätte, so würde es darin heißen:


»Die Doppelconference wurde im Jahre 1922 von KARL FARKAS und FRITZ GRÜNBAUM erfunden, im Jahre 1955 von HUGO WIENER für KARL FARKAS und ERNST WALDBRUNN neu entdeckt und seither von allen Kleinkunstbühnen mit mehr oder weniger tauglichen Mitteln nachgeahmt.«


Danach gefragt, was eine »Doppelconference« eigentlich sei, definierte KARL FARKAS sie folgendermaßen: »Eine »Doppelconference: ist ein Dialog zwischen einem G’scheiten und einem Blöden, worin der G’scheite dem Blöden etwas Gescheites möglichst gescheit zu erklären versucht, damit der Blöde möglichst blöde Antworten darauf zu geben imstande ist — mit dem Resultat, daß zum Schluß der Blöde zwar nicht gescheiter, aber dem Gescheiten die Sache zu blöd wird. Beide haben daher am Ende nichts zu lachen. Dafür desto mehr das Publikum .. .«

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1269120440

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