Der KGB setzt matt


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Der KGB setzt matt: Wie der sowjetische Geheimdienst die Schachwelt manipulierte


Deutschsprachige Ausgabe mit Übersetzung von Sibylle Heyme. Autoren: Boris Gulko (Hauptautor, Schachgrossmeister, der gemeinsam mit seiner Frau das Land verlassen möchte und deshalb einen Ausreiseantrag stellt, die Repressionen beginnen bald), Viktor Kortschnoj (Schachgrossmeister, 1976 bei einem Internationalen Schachtunrier untergetaucht, 1977 von der UdSSR zum Staatsfeind erklärt, langjähriger Vize-Weltmeister, später von Gorbatschow rehabilitiert), Wladimir Popov (ehemaliger KGB-Agent, der in den liberalen 1990er Jahren nach Kanada ausreiste, Juri Felschtinski (in Moskau geborener Historiker, der 1978 in die USA emigrieren konnte).


Schönes Hardcover in Taschenbuchformat (13.1 x 2.3 x 19.2 cm), 216 Seiten, ohne Abbildungen, oder Fotos ausser s/w Portraitfotos der vier Autoren. Exzelsior Verlag, 2009. Sehr gut erhalten, gerader Rücken, keine Eintragungen, Markierungen, u. dergl.


Der mutige Kampf eines Großmeisters gegen ein übermächtiges System. Ein Leben zwischen Schachbrett und schwarzer Liste – die Geschichte von Grossmeister Boris Gulko.


In der Zeit der Sowjetunion gehörte der KGB zu den gefürchtetsten Geheimdiensten der Welt. Wer sich ihm widersetzte, riskierte alles.


Boris Gulko, ein starker Grossmeister seiner Zeit und auch Landesmeister der UdSSR, wagte genau das: Er beantragte in den 1970er Jahren die Ausreise – und wurde damit zur Zielscheibe des Systems.


Sieben Jahre lang kämpften er und seine Frau, die Schachspielerin Anna Achscharumowa, gegen Repressalien, Überwachung, Ausschluss und Isolation – und gewannen doch die wichtigste Partie ihres Lebens: die um ihre Freiheit. Gulko durfte schliesslich ausreisen (und wurde bald darauf auch Landesmeister der USA).


Er gehört zu den wenigen Spielern, die eine positive Bilanz gegen Garri Kasparow aufzuweisen haben. Gulko gewann drei Partien bei einer Niederlage und vier Remis.


Im ersten Teil schildert Gulko eindrucksvoll seinen persönlichen Widerstand gegen die sowjetische Staatsmacht. Im zweiten Teil kommt sein ehemaliger Gegner zu Wort: ein KGB-Offizier, der einen schonungslosen Blick hinter die Kulissen des Apparats gibt – emotionslos, erschreckend präzise.


  • Ein Zeitdokument über Mut, Manipulation und den unbeugsamen Willen zweier Menschen, die sich nicht brechen liessen.


Viktor Kortschnoi, der 1976 nach seinem Sieg (zusammen mit Miles) bei traditionsreichen IBM-Turnier in Amsterdam absprang und so spektakuär emigrierte, schildert anschliessend in seinem Essay Erinnerungen an eine Zeit, von der wir glaubten, sie überwunden zu haben.


Keine Schachpartien, es sind biographische, subjektive Notizen eines Menschen, die mit dem totalitären System der Sowjet-Union in Konflikt geraten.

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