OFDB Filmkritiken:
Das Leben & die Liebe, machen dem Krebs eine Kampfansage
Bei Liebesfilmen ist es ähnlich wie bei Horrorfilmen, sozusagen die gegensätzliche Seite der Münze - es gibt maximal eine Handvoll wirklich guter Vertreter des Genres pro Jahr. Der Rest ist mittelmäßiger Morast, bleibt kaum hängen oder ist sogar richtiger Müll, der einfach nur überflüssig ist. "Fault in our Stars" gehört zum Glück nicht zu dieser großen, grauen Masse an nicht weiter zu empfehlenden Filmen, sondern eher zu den besten Liebesfilmen aller Zeiten. Ja, das Ding ist nahe an einem Meisterwerk für mich & gehört von jedem Mal gesehen - so einfach ist das! Und nein, ich bin kein 16-jähriges Mädchen, nicht naiv, nicht sterbenskrank & ich arbeite auch nicht bei der Produktionsfirma des Films - ich war einfach unglaublich positiv überrascht von dieser Buchverfilmung, die ihrer Vorlage alle Ehre macht. Das Buch habe ich allerdings nicht gelesen & kann nicht vergleichen.
"Das Schicksal ist ein mieser Verräter", wie er seltsam übersetzt hierzulande heißt, handelt von einem jugendlichen Mädchen, dass Lungenkrebs hat & einen ebenso kranken jungen Mann in ihrer Selbsthilfegruppe kennenlernt. Natürlich verliebt sich das körperlich angeschlagene Paar ineinander & sie verleben eine unglaublich schöne Zeit miteinander, natürlich geprägt von unausweichlichen Hürden & einem wundervoll traurigen & gleichzeitig aufbauendem Ende. Vorhersehbar ist das schon zum Teil, trotzdem braucht man hier mehr Taschentücher als man normalerweise unterm Wohnzimmertisch hat. Fast schon peinlich für einen erwachsenen Mann - sicher aber auch nicht ungewöhnlich bei dieser packenden & unprätentiösen Geschichte, die dahin geht, wo es weh tut & einen gleichzeitig erlöst. So eine Kombo muss man erstmal auspacken, selbst mit einer wohl ebenso hervorragenden literarischen Vorlage.
Shailene Woodley & ihr kongenialer Partner in Crime Ansel Elgort, spielen das verletzliche & doch unendlich starke Liebesteam hervorragend gut, kein Vergleich zu lauwarmen Nicolas Sparks Verfilmungen oder derengleichen. Schade, dass bis jetzt nur einer der beiden ein wirklicher Star geworden ist. Beiden hätte ich es gegönnt, bei beiden ist Potenzial. Selbst wenn beide es seit diesem tränendrückenden Meisterstück nur noch selten gezeigt haben. Die Darstellung, sowohl der Leidens- als auch der Liebesgeschichte, ist glaubhaft, kitschig in einem realistischen Rahmen. Jeder, egal ob unheilbar krank & kerngesund, kann sich hier wiederfinden, zumindest in Teilen. Manchmal wirkt der Film etwas altklug & steif literarisch in seinen Weisheiten & Lehren, was mir persönlich jedoch nicht allzu stark schräg aufstieß. Wen das hier kalt lässt, oder wer das sogar mies findet, sollte mal dringend seinen Puls & seine Menschlichkeit prüfen - denn egal wie cool, seriös, weise oder männlich man wirken will, das hier zu haten kann nicht gesund sein! Vielleicht minimal zu lang & in Nebenhandlungen etwas aufgeplustert, auch kein Film den man sich jetzt dauernd angucken möchte, da er schon schlaucht. Trotzdem ein Highlight am trostlosen Himmel der Liebesdramen & ein Mutmacher für alle Kranken oder Angehörigen & Freunden dieser.
Fazit: ehrlicher & unverblümter kann man sowohl mit dem Krebs, dem Tod als auch der Liebe nicht umgehen. Eine der traurigsten & gleichzeitig aufbauendsten Buchverfilmungen & eine ganz besondere Liebesgeschichte!