Burma, Alabaster, 19. Jh, Länge 50cm,
Der "Liegende Buddha" (Buddha im Parinirvana) ist in Burma eine sehr beliebte Darstellung, wird in Thailand jedoch viel seltener dargestellt als der sitzende oder stehende Buddha. Im Volk wird er gerne als "ruhend" bezeichnet, ikonografisch ist er aber der Buddha Parinirvana, der in Transzendenz befindliche. Das Wort bedeutet das „Völlige (oder Grosse) Verlöschen“, das Ausscheiden aus dem Kreislauf der Wiedergeburten, dem Samsara. Vor dem Nahen seines Lebensendes sagte Buddha zu Ananda, daß er sich schwach fühle und einer Liege bedürfe. Später sollen seine letzten Worte der Überlieferung nach gewesen sein: Vergehen ist allem Irdischen eingepflanzt. Arbeitet darum an Eurem Heil mit Besonnenheit! Bevor jedoch Buddha verstorben ist, hat er dem Kreis seiner Jünger letzte Ratschläge gespendet. Dem künstlerischen Feingefühl ist die Balance überlassen, das letzte Wachsein, wo noch Anweisungen an die Nachfolger erteilt werden, oder/und Vorboten des "Hinübertretens", das Ermatten des Lebens, das Aushauchen des Irdischen in Nuancen plausibel zu gestalten.
In Alabaster gefertigter Buddha mit weich fliessenden Formen. Die Falten im Gewand übernehmen diesen Schwung genauso, wie die auf der Hüfte liegende Hand oder das Bein, das nicht angestrengt auf dem auf dem Boden aufliegenden ruht, sondern – hier tatsächlich légère- vor diesem ebenfalls auf dem Boden aufliegt. Eine in Anbetracht der unmittelbar bevorstehenden Transformation Buddhas – ein Akt von grösster Symbolkraft und Bedeutung im Buddhismus- fast schon kokett-gelassene Darstellung mit schöner Patina.
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