Ich habe dieses Bild vor einigen Monaten hier auf ricardo bei PAUL_ART gekauft, inzwischen aber realisiert, dass es nicht in meine Sammlung passt. Ich biete es zum gleichen Preis an, den ich bezahlt habe. Das Bild kann in Sarnen besichtigt und abgeholt werden. Versand + 30 Fr.
Künstler: Gottlieb Kurfiss (1925 Zürich, † 2010 Rüschlikon)
Titel: Morgentoilette
Technik: Mischtechnik auf Papier
Grösse: 42 x 32 cm, mit Rahmen 53 x 42 cm
Signatur: Auf dem Passepartout rechts signiert: Kurfiss, links betitelt: Morgentoilette
Rahmen: Gerahmt und hinter Glas.
Zustand: In Ordnung
Von 1933 bis 1940 besucht Gottlieb Kurfiss die Freie Schule Zürich, danach zwei Jahre das Institut Schloss Kefikon. Fühlt sich schon früh zum künstlerischen Beruf hingezogen. 1942–44 Besuch der Kunstgewerbeschule in Zürich. Danach Fotokurs mit seiner Schwester Nelly und erste Malversuche. Seit 1945 als freischaffender Maler tätig. 1947 Bekanntschaft mit dem Bildhauer Alfred Huber; erstes Atelier an der Birmensdorferstrasse in Zürich; Kontakte zu Karl Geiser, Karl Madritsch, Carlotta Stocker und Varlin. Im selben Jahr erhielt er ein Eidgenössisches Kunststipendium. 1948 erster Paris-Aufenthalt und Besuch der Académie de la Grande Chaumière; Bekanntschaft mit Mario Comensoli, August Frey und Henry Wabel. 1948 bis 1970 wiederholte Aufenthalte in Paris, Studienreisen in fast alle Länder West- und Osteuropas sowie nach Argentinien, Marokko und Uruguay. 1965 Trickfilm des Malers und Galeristen Fred Engelbert Knecht über Kurfiss. 1986 Ehrengabe des Kantons Zürich für das künstlerische Gesamtwerk.
Kurfiss, der zu den wichtigsten Vertretern der gegenständlichen Malerei in der Schweiz zählt, orientiert sich an Vorbildern wie Cézanne, Matisse, Soutine und Picasso. Sein Werk ist von Anfang an der gegenständlichen Malerei verpflichtet, er malt Stadtansichten, Porträts, Akte und Stillleben. Die früh gefundenen Motive legen die Basis für eine stetige künstlerische Entwicklung. Seine Malerei ist fernab des Pittoresken und kann als Hommage an das Alltägliche und Gewöhnliche bezeichnet werden, wobei der Künstler eine naturgetreue Wiedergabe vermeidet. Vielmehr reduziert er seine Motive auf ihre Grundformen und verknüpft diese räumlich miteinander. Dabei bleibt stets die klassische Aufteilung in Vorder-, Mittel- und Hintergrund verbindlich. Dadurch entsteht ein zusammenhängender Bildaufbau, der aufgrund der einfachen Sujets von grösserer Bedeutung ist. Der naheliegende Schritt in die völlige Abstraktion wird jedoch vermieden. Vielmehr lotet der Künstler die vielfältigen Gestaltungsmittel aus, die ihm die gegenständliche Malerei zu bieten hat, um einerseits seinen persönlichen Stil zu entwickeln und andererseits den Betrachter unmittelbarer an seiner Bildwelt teilhaben zu lassen. Zugleich schafft Kurfiss aber auch Distanz durch die in starker Aufsicht wiedergegebenen, perspektivisch verzerrten Motive. In seinen Gemälden überwiegen einfache, grosszügig gemalte Formen, die zu abstrakten Farbflächen werden. Um den Ausdruck zu verstärken, verwendet er keine Lokalfarben. Der gewählte Farbkanon beruht auf subjektiven Empfindungen. Die Farben können sich ergänzen oder in Warm-Kalt-Kontrasten steigern. Teilweise sind die Motive mit schwarzen Konturen versehen, die dem Bildaufbau einen konstruktiven Charakter verleihen. Verbindlich bleibt für Kurfiss immer der Gesamtbildkontext, an dem sich Motiv, Aufbau und Farbrichtung orientieren.
Werke: Bern, Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Kultur; Kunsthalle Bremen; Kunstmuseum Winterthur; Kunsthaus Zürich; Kunstsammlung der Stadt Zürich; Kunstsammlung des Kantons Zürich; Kunsthaus Zug.
Susanne Schrödter, 1998, aktualisiert von den Herausgebern, 2017
Zitier-Methode:
Susanne Schrödter: «Gottlieb Kurfiss». In: SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz, 2017 (Erstveröffentlichung 1998).
https://recherche.sik-isea.ch/sik:person-4001052/in/sikart