Ben Ami 1897 - 1995 - Der Khamsin


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*Der Khamsin", Oel auf Leinwand des des St. Galler Künstlers Ben Ami (geb. 23.12.1897 Warschau, † 27.9.1995 St. Gallen). Solide gerahmt, Grösse 114cm x 184cm. Aus dem Jahre 1979.


Ben Ami wurde 1897 als Benjamin, daher sein Name, einer polnisch-jüdischen Familie in Warschau geboren. Nachdem allzu frühen Tode seines geliebten Vaters lief er von zu Hause weg und suchte bei Verwandten in Berlin Zuflucht. Während des Ersten Weltkrieges wurde er in eine Fabrik gesteckt und musste schmieden, stanzen und fräsen; bei Kriegsende war er Mechaniker. Im Jahre 1918 schiffte er sich mit den ersten Rückwanderern nach Palästina ein und leistete beim Aufbau Israels harte Arbeit. Zu dieser Zeit erwachte in ihm das Verlangen, seine Empfindungen bildlich festzuhalten, und er bewarb sich um einen Platz an der Kunstschule Bezalel in Jerusalem. Er wurde aufgenommen, unter der Bedingung, dass er gleichzeitig das Amt eines Pedells der Schule versehen würde. So wurde die Malerei von Anfang an nicht zum Broterwerb, sondern zu einem Hobby, das ihn jedoch fast vollständig ausfüllte. Auf Anraten seines Kunstprofessors siedelte Ben Ami 1929 nach Paris über. An der Akademie Grand Chaumière setzte er seine Kunststudien fort. Gleichzeitig war er aber auch wieder berufstätig, und zwar als Mime in einem Cabaret und, dank seinen Hebräischkenntnissen als Mitarbeiter bei einem Buchantiquar. Auf einer Reise nach Basel lernte er seine spätere Frau, ein St. Gallerin, kennen und zog mit ihr nach Strassburg. Die Malerei wurde nun für eine Zeit in den Hintergrund geschoben. 1931 entschloss er sich, definitiven Wohnsitz in St. Gallen zu nehmen, wo er als erfolgreicher Kaufmann tätig war. Erst 1945 kehrte Ben Ami, aufgrund seiner Verzweiflung über die Weltlage und das Leid, das über sein Volk hereingebrochen war, wieder zur Malerei zurück. Zentrales Thema seiner Bilder war auch jetzt wieder – der Mensch. Nicht das Äussere eines Menschen, sondern das Seelische, seine Empfindungen versucht er darzustellen. 1951 packt ihn das Reisefieber nochmals, und er fährt nach Paris zu André Lhote und nach Salzburg zu Oscar Kokoschka, um dort die neuesten Kunstströmungen kennen zu lernen. Die Beeinflussung Ben Amis durch Oscar Kokoschka ist unbestreitbar, doch entspricht der Stil Kokoschkas offenbar dem, was auch Ben Ami aussagen will. Viele seiner Bilder sind wie farbige, ineinander verwobene Nebel, welche die Seele des Menschen darstellen, der irgendwo im Bilde versteckt ist und den man oft nur nach längerem betrachten findet. Der Hintergrund ist oftmals in Grau gehalten; für die Aussage des Bildes werden jedoch rote, blaue, grüne kraftvoll geführte Pinselstriche gebraucht. Neben einigen Stilleben malte Ben Ami auch viele Bilder mit religiösen Themen.



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