- Künstler: Balthasar Anton Dunker (Deutschland/Schweiz, 1746 - 1807).
- Titel: Illustrations de Esquisses pour les amateurs, Tableaux de Paris ou explications de différentes figures...
- Jahrgang: 1787 .
- Format: 215 x 155 mm.
- Technik: Kupferstich auf Papier.
- Bezeichnet: Unbezeichnet.
- Auflagehöhe: Unbekannt.
- Literatur: Nicolas, Duncker, 102. Cohen/Ricci 701 f. Sander 1339 (verzeichnet: "Yverdon 1785 ou Berne 1787 ou Yverdon 1787"). Lewine S. 353. Lanck./Oehler II 190f. Thieme/Becker X 144. Lipperheide Fd 10 (ohne Ort und Jahr).
- Anmerkung: Die phantasievolle und witzige Bildfolge zu Merciers Buch 'Tableau de Paris', dt.: 'Paris, ein Gemälde von Mercier', für den sie eigentlich geplant war. Die hier veröffentlichten Texte stammen nicht von Mercier und dieser hat sich "gegen die Yverdoner Ausgabe, besonders aber gegen die Dunkerschen Illustrationen entschieden verwahrt" (P. Thiel). Dunker (1746-1807) kannte Paris und das Sujet, das er bearbeitete, sehr gut. Im Jahr 1765 hatte ihn sein Lehrer, der Landschaftsmaler Jakob Philipp Hackert, auf eine Reise nach Paris mitgenommen, wo Dunker mehrere Jahre durch die Maler Joseph Marie Vien und Noël Hallé unterrichtet wurde, besonders aber durch den Kupferstecher Johann Georg Wille. Bei Jacques Aliamet lernte er radieren. Diese 'Skizzen' gehören zu Dunkers umfangreichsten Arbeiten und nehmen in seinem Werk eine besondere Stellung ein. Hier schon zeigt sich seine Neigung zu karikieren, wie sie später noch deutlicher hervortrat. "Die angeblich wahrheitsgetreue Sittenschilderung Merciers wird mit jenem verstecktem Sarkasmus, den der Text enthält, von Dunker . dargestellt" (Lanck./Oehler). "Wir haben hier einige der ganz wenigen Folgen von Karikaturen vor uns, die während des 18. Jhs. in Frankreich erschienen sind. Dunker ist mit den braven Parisern nicht gerade sehr glimpflich umgegangen, aber er hat witzige und treffende Zeitbilder geschaffen" (Fürstenberg). Zwischen 1798 und 1800 veröffentlichte Dunker dann mehrere Schriften, in denen er, enttäuscht über den Ausgang der Französischen Revolution, verbittert und satirisch den Untergang des Alten Bern darstellte. Dies stellt einen frühen Höhepunkt der politischen Karikatur in der Schweiz dar.
- Zustand: Ordentlich, mit feineren Alters- und Gebrauchsspuren.
- Provenienz: Privatsammlung, Bern.
- Zu Künstler und Werk: Balthasar Anton Dunker (auch: Duncker; * 15. Januar 1746 in Saal (Vorpommern); † 2. April 1807 in Bern) war ein deutscher Maler, Radierer und Schriftsteller, der überwiegend in Bern wirkte. Neben Landschaftsmalerei befasste er sich mit der Darstellung des politischen Geschehens seiner Zeit. Seine zum Teil satirischen Werke stellen einen frühen Höhepunkt der politischen Karikatur in der Schweiz dar. Balthasar Anton Dunker war der älteste Sohn des vorpommerschen Pfarrers Albert Andreas Duncker (1706–1781) in Saal bei Stralsund und dessen zweiter Ehefrau, Sophie Dorothea von Olthof († 1761). Die sich früh zeigende künstlerische Begabung wurde durch Adolf Friedrich von Olthoff gefördert, der schwedischer Regierungsrat in Stralsund war. Als Onkel mütterlicherseits übernahm jener die Erziehung des Knaben und ließ ihn vom Landschaftsmaler Jakob Philipp Hackert unterrichten. Auf Olthoffs Wunsch unternahm Hackert 1765 mit seinem Schüler eine Reise nach Paris, wo er, nachdem Olthoff und die Eltern Dunkers 1768 ihr Vermögen verloren hatten, Erziehung und Unterhalt zunächst vollständig übernahm. Neben der Unterrichtung durch die Maler Joseph Marie Vien und Noël Hallé wurde Dunker in Paris besonders durch den Kupferstecher Johann Georg Wille beeinflusst. Bei Jacques Aliamet (1726–1788) erlernte er die Grundlagen der Radierung. Erste, durch den Kunsthändler Jacques-Gabriel Huquier vermittelte Aufträge, ermöglichten ihm, seinen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Seine Radierungen aus den Jahren 1770 bis 1772 für die Galerie des Herzogs von Choiseul gelten als seine erste größere Leistung. Im Juni 1772 ging Dunker nach Basel um bei Christian von Mechel zu lernen. Nach einem Missverständnis zwischen ihm und seinem Lehrmeister machte er sich auf den Rückweg nach Paris. Er kam jedoch nur bis Bern, wo es zu dieser Zeit eine lebhafte Kunstszene gab. 1777 erhielt er die Bürgerrechte der Stadt Rolle im Kanton Waadt, wodurch er Einwohner des Berner Landes wurde. Dort ließ er sich als Maler und Radierer nieder und fertigte vor allem Bilder von schweizerischen und italienischen Landschaften aber auch Genrebilder, Porträts, zeitgeschichtliche Bilder, Karikaturen und Exlibris. Er arbeitete dabei eng mit Johann Ludwig Aberli und Sigmund Freudenberger zusammen. Auch als Buchillustrator trat er hervor, wie beispielsweise für Louis-Sébastien Merciers „Tableau de Paris“, sowie dessen „Das Jahr 2440: ein Traum aller Träume“. In den 1790er Jahren verschlechterte sich die Auftragslage wegen der Französischen Revolution. Zwischen 1798 und 1800 veröffentlichte er mehrere Schriften in denen er enttäuscht über den Ausgang der Revolution verbittert und satirisch den Untergang des Alten Bern darstellte. Diese stellen einen frühen Höhepunkt der politischen Karikatur in der Schweiz dar. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Armut. Aus der 1775 mit Johanna Franziska Fahrni aus Eriz geschlossenen Ehe erreichten sechs von fünfzehn Kindern das Erwachsenenalter. Sein Sohn Philipp Heinrich Dunker (1781–1836) wirkte als Landschaftsmaler und Kupferstecher in Nürnberg (-> Quelle: Wikipedia)
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