Melone, antik.
Die Melone (in der Schweiz Göggs), ein steifer, abgerundeter Hut, meist aus schwarzem Filz, hergestellter Hut, wurde erstmals 1849 in London von Thomas und William Bowler hergestellt und in England nach den Hutmachern «Bowler» genannt. Sie hat aber nichts mit «Bowling» zu tun! Jedoch mit Pferderennen: zum berühmten Pferderennen «Derby» trug der 17. Earl of Derby stets eine graue Melonen-Variante - in den USA heisst der Hut deshalb «Derby».
Die Melone schrieb Kulturgeschichte: Cowboys, Eisenbahnarbeiter, prominente Figuren des „Wilden Westens“ wie Butch Cassidy und Billy the Kid trugen sie. Ohne Melone wäre Charlie Chaplin, Laurel und Hardy nicht denkbar, genausowenig Pan Tau, Egon Olsen und John Steed. Im Finanzdistrikt der Londoner City war der Bowler in den 1950er und 1960er Jahren für Banker ein Muss. Noch heute ist er die vorgeschriebene Berufsbekleidung der Wiener Fiakerfahrer und wird von bolivianischen und peruanischen Cholitas getragen.
Dieser Hut wurde von der Firma Mayser hergestellt, die 1800 in Ulm gegründet wurde und auf Ausstellungen in Wien, London, Paris, München, Chicago, Anvers, Stuttgart und Moskau immer den ersten Preis, den «Grand Prix», errang. Mayser-Hüte sind bis heute eine Nobel- und Weltmarke.
Gekauft wurde der Hut vermutlich zirka 1920 beim Basler Hutmacher Alb. Krämer am Spalenberg 41. Er wurde vermutlich nie getragen, denn er ist in perfektem Zustand – das seidene Innenfutter, das Lederschweissband mit Golddruck des Herstellers Mayser, der Filz und das Ripsband, dass Krempe und Glocke einfasst. Neu zahlt man heute zwischen 150 und 450 CHF. Dieses perfekt erhaltene Exemplar mit Geschichte gibt es zu kaufen für wenig Geld!
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