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Der Mann, der seinen Beruf mit dem Leben verwechselte. Bekenntnisse eines Workaholics
Der humorvolle Titel klingt nach einer Komödie und ist zudem eine Anspielung auf ein Buch des Psychiaters Oliver Sacks. Hinter der eleganten Formulierung kommt dann ein ernstes Thema zum Vorschein. Schon der Untertitel Bekenntnisse eines Workaholics kündigt nämlich eine schonungslose Selbstoffenbarung an, die sowohl warnendes Beispiel als auch Hilfsangebot sein möchte.
Mit großer Offenheit schildert der Autor, wie sich sein beruflicher Aufstieg allmählich zu einem Abstieg in seinem persönlichen Leben entwickelte. Als äußerst erfolgreicher Literaturagent entfremdete er sich immer weiter von Familie und Freunden bis er einen Tiefpunkt erreichte, der ihn zwang, sich der Realität zu stellen. Er musste sich eingestehen, dass Arbeit für ihn zu einer Flucht geworden war. Die zwanghaften Züge seines Arbeitsstils waren sogar einer gefährlichen Sucht gleichzusetzen. "Nicht anders als Schnaps und Kokain kann sie eine Ehe zertrümmern, Familien ruinieren und den Süchtigen von der Welt abschneiden."
Jonathan Lazear geht schon bald über die Beschreibung seines eigenen Schicksals hinaus und untersucht die gesellschaftlichen Bedingungen, die Workaholismus begünstigen. Dabei wird unter anderem die puritanische Idealisierung von Arbeit als Wurzel des Übels ausgemacht. Neben aufrüttelnden Denkanstößen gibt es konkrete Unterstützung für alle, die direkt oder indirekt von der Problematik betroffen sind. Mit Fragebögen und Prüflisten kann jeder den Grad der eigenen Gefährdung einschätzen. Wer bereits an Arbeitssucht leidet, findet neun Punkte für den "Wiedereintritt" in ein ausgewogenes Leben, z. B. "Gestehen Sie sich ein, dass Sie nicht vollkommen sind". Nützliche Buchempfehlungen, Adressen und "Die zwölf Schritte der Anonymen Arbeitssüchtigen" runden diesen klug und kämpferisch geschriebenen Ratgeber ab.