WOLF BARTH (Schweiz, 1926-2010)


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Karast III, Mischtechnik-Objekt auf Holz, 1957, signiert

Künstler: Wolf Barth (Schweiz, 1926-2010).

Titel: Karast III.

Jahrgang: 1957.

Format: 240 x 200 mm.

Technik: Mischtechnik auf Holz.

Bezeichnet: Verso aud Etikette signiert, betitelt und datiert.

Auflagehöhe: Original.

Literatur: ---

Anmerkung: Objektcharakter.

Zustand: Ordentlich.

Provenienz: Privatsammlung, Zürich.

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Zu Künstler und Werk: Wie sein älterer Bruder Ruodi, Grafiker und Bühnenbildner, erfährt Wolf Barth im Elternhaus eine frühe, allerdings traditionell ausgerichtete Förderung. Zwei Jahre humanistisches Gymnasium und Wechsel an die Rudolf-Steiner-Schule Basel. Wegweisend ist, neben dem grossen Anteil musischer Fächer, die frühe Auseinandersetzung mit Goethes Farbenlehre. Nach Ablauf der Schulpflicht besucht Barth bis 1950 halbtags die Steiner-Schule; nachmittags selbständiges Arbeiten im Atelier des Malers Hermann Meyer. Weitgehend Autodidakt, besucht er Anatomie- und Aktkurse des Malers und Plastikers Walter Bodmer an der Gewerbeschule Basel. 1946 wird er Leiter der Mal- und Zeichenkurse der Klubschule Basel. Zwischen 1950 und 1967 gestaltet er zahlreiche Bühnenbilder für das Cabaret Kikeriki, Basel; das Cabaret Fédéral, Zürich; das Kabarett Kom(m)ödchen, Düsseldorf; das Schauspielhaus Zürich. 1953 Übersiedlung nach Paris. 1956 bis 1984 freier Mitarbeiter des Nebelspalters: farbige Titelcartoons und satirische Zeichnungen gewährleisten ihm einerseits ein Einkommen und lassen ihm andrerseits genügend Freiraum für seine nicht-literarische, nicht-figurative Malerei. 1954 erste Gruppenausstellungen. 1958 Gruppenausstellung im Schweizer Pavillon der Biennale von Venedig. Regelmässige Ausstellungen vorwiegend in Paris und in den grösseren Schweizer Städten. 1978 erste Reise in die Karibik, gefolgt von wiederholten Aufenthalten auf Guadeloupe und Martinique. 1982 Reise nach Asien und Indonesien mit längerem Aufenthalt in Japan. Wolf Barth lebt und arbeitet in Paris.

Nach frühen «Farbexerzitien» malt Barth zwischen 1948 und 1952 auf wenigen Farben aufgebaute, grosse Kompositionen, kehrt jedoch nach 1950 zur figurativen Darstellung zurück. Georges Braques späte, dunkeltonige Bilder, die Cobra-Künstler und ihre Versuche einer neuen Figuration, Pierre Alechinsky und seine expressiven Lineamente, die krustige Farbe Jean Dubuffets und Antoni Tàpies’ interessieren ihn. Barth malt mit dunkler, dicker, teils mit Sand vermischter Farbe, die er mit Linien durchzieht oder aufbricht. 1958 löst sich der dichte Hintergrund auf. Sparsame Farbflecken und farbige Gespinste überziehen bald weitmaschig, bald dichter, die aufgehellte Bildfläche, bis Barth um 1960 die entscheidende Verlagerung von Farblinien zu Farbfeldern vollzieht. Das Spiel ihrer wechselweisen Dynamik ist von nun an das entscheidende Thema seiner Malerei. In einer zunehmenden Geometrisierung werden Seherlebnisse von ihrer gegenständlichen Bindung befreit und in Farb-Interaktionen übersetzt. Das Auge, so Barth, reagiert auf die Überlastung durch eine bestimmte Farbe, indem es die Erscheinung der Ausgleichsfarbe hervorruft; ein Bild evoziert ein Gegenbild. Im Gegensatz zur geometrisch-konstruktiven Kunst ordnet sich Barths freie, musische Geometrie keiner rationalen Bildordnung unter. Nach 1983 werden die Strukturen grossflächiger, karger und näher beieinanderliegende Farben nehmen einen ruhigeren Dialog auf. Jüngere Kompositionen, zumeist von aus wechselnden Farben zusammengesetzten Balken umgebene Rechtecke, spielen erneut mit stärkeren Kontrasten.

Eher als in der zeitgenössischen Malerei – Willy Rotzler nennt mit Einschränkungen Johannes Itten und den amerikanischen Künstler Alfred Jensen – findet Barth für seinen freien Umgang mit geometrischen Formen Vorbilder bei alten Kulturen Afrikas und Amerikas.

Werke: Grossformat für Werkzeughalle, 1968, Basel, Hoffmann-La Roche; Glasfenster, 1969, Basel, Neue Gewerbeschule; Glasmosaik, 1970, Basel, Pax Versicherung; Wandbild in Steinzeugfliesen, 1972, Basel, Gymnasium Bäumlihof; Wandbild in Steinzeugfliesen, 1974, Bretzwil, Gemeindeschulhaus.

Annemie Binswanger, 1998, aktualisiert 2015

(Quelle: Sikart)



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