OFDB Filmkritiken:
Vor acht Jahren musste Jim Terrier, ein Söldner, der auch brutalste Aufträge ohne Murren erledigt, überstürzt den Kongo verlassen, weil er im Auftrag einer multinationalen Firma den Bergbauminister des Landes erschossen hat. So ließ er seine Freundin, die Ärztin Annie, dort allein und Nebenbuhler Felix, Boss der kleinen Söldnertruppe, nutzte dies natürlich gleich aus, heiratete Frau Doktor und ging mit ihr zurück nach Spanien. Heute nun arbeitet Terrier wieder im Kongo; diesmal allerdings auf rein humanitärer Basis. Als auf ihn ein Mordanschlag verübt wird, nimmt er Kontakt zu Felix auf, weil er glaubt, dass die Mitwisser von einst nun auf einer Art Todesliste stehen...
Ein Film, der sich nicht so richtig auf eine Seite zu schlagen gedenkt. Will er nun reines Action-Produkt sein oder gar mittels vermarktbarer Genre-Unterhaltung ein kritisches Thema (hier: humanitäre Hilfe contra Ausbeutung in der Dritten Welt) transportieren? „Blood Diamond“ hat – zumindest was die zweite Kategorie angeht – da eine Marke gesetzt, „The Gunman“ vermag sie nicht zu reißen. Warum? Zu schnell – nach ca. 25 Minuten – verlässt „The Gunman“ den kritischen Background seiner eigentlichen Geschichte, wandelt kurz auf Peckinpahs „Killer Elite“-Spuren und endet schließlich als austauschbarer Auftragsmörder-läutert-sich-Stoff, den man unnötigerweise mit einer Krankheit, die unseren Anti-Helden zu ungeahnter Zeit zusätzlich in Bedrängnis bringt, dramatisiert. Sean Penn, der den Film co-produziert und das Drehbuch mitgeschrieben hat, gibt glücklicherweise der Figur mehr Kontur als üblich und sich selbst ausreichend Gelegenheit zu zeigen, wie fit er noch ist. Und für den gewissen Schuss physisches Action-Kino moderner Lesart hat Regisseur Pierre „96 Hours“ Morel mal wieder ein paar trocken-brutale Kämpfe bzw. Shoot-Outs aus dem Ärmel geschüttelt, die natürlich die Highlights von „The Gunman“ darstellen, die aber leider auf die fast zweistündige Laufzeit bezogen zu rar gesät sind. Nun ja, das als verlogen empfundene Schlussbild hingegen ärgert da noch viel mehr. Bildformat: 2,35:1. Des weiteren mit Jasmine Trinca, Javier Bardem, Ray Winstone, Idris Elba u. a.