OFDB Filmkritiken:
SUDDEN FURY kann man als der kleine, zurückgebliebene Bruder von HARD BOILED zu betrachten.
"Klein" war bei SUDDEN FURY eindeutig das Budget. "Zurückgeblieben", weil der Streifen doch deutliche Schwächen aufweist, siehe u.a. Licht, Kamera, Darsteller. Allesamt auf D- bis Amateurmovie-Niveau.
"Zurückgeblieben", zumindest in moralischer Sicht, kann man auch auf die Action beziehen. Ganz im Stile eines Heroic Bloodshed zeigt SUDDEN FURY blutige Einschüsse, von denen man bei John Woo nur träumen kann. Die Shoot-Outs sind lange und stilistisch gut in Szene gesetzt. Mit Blut, das in Zeitlupe durch die Luft spritzt.
Die englische Produktion übertreibt es allerdings mit der Gewaltdarstellung im Vergleich zu Woo. So lässt man hier nicht nur Ballermänner sprechen, sondern auch massig andere Waffen zum Einsatz kommen. Ganz nebenbei wird auch schon mal ein Schurke ausgeweidet oder verliert ein paar Extremitäten. In einer Gastrolle verbrutzelt David Warbeck (GEISTERSTADT DER ZOMBIES) Gesichter mit dem Lötkolben. Gorehounds kommen also garantiert auf ihre Kosten.
Zwischen den ausgedehnten Actionsequenzen herrscht jedoch gähnende Langeweile. Der Showdown startet dann aber noch mal voll durch und etliche Ganoven werden vom Protagonisten, der eine coole One-Man-Show abliefert, durchsiebt.
Fazit:
Semiprofessioneller, splatterträchtiger Heroic Bloodshed aus Großbritannien. Oh Behave!