OFDB Filmkritiken:
„Random Acts of Violence“ ist Jay Baruchels Regiedebüt und ein waschechter Slasherschocker. Allerdings klar mit Metaanteilen und (im besten Fall) einigen Aussagen zum Thema „Wie befruchten sich Gewalt in der Popkultur und ganz realer Horror“. Erzählt wird von dem erfolgreichen Macher der fiktiven Horrorcomicreihe „Slasherman“, deren Ursprünge auf wahre Morde vor Jahrzehnten zurückgehen. Doch als er vor der letzten Ausgabe steht, will ihm einfach kein würdiges Finale einfallen. Da kommt ein hoffentlich inspirierender Roadtrip mit Freunden gerade recht. Doch plötzlich stapeln sich Leichen in sehr bekannter Manier...
Natürlich klingt das sehr bekannt und in vorhersehbaren Bahnen verlaufend. Und vieles tritt davon auch ein, was man sich als Horrorkenner vorher und früh denkt. Und dennoch kann Baruchel mit dem garstigen Metaslasher doch noch genug punkten und brutal Wunden aufreißen, um nicht links liegen gelassen zu werden. Über seine sehr vagen und etwas scheinheiligen, plumpen und fast hohlen Aussagen kann man streiten. Sollte es überhaupt klare Aussagen und Thesen geben. Dennoch hat „Random Acts of Violence“ eine unangenehme und oft schlicht fiese Aura, die einem schon in den Rücken schießen kann. Die Kills (und vor allem deren Auswirkungen) sind unfassbar roh, humorlos und werden es selbst unter heutigen, lockereren Maßstäben kaum durch deutsche Sittenwächtergremien schaffen. Der Look ist schön passend comichaft ausgeleuchtet. Und das Thema gibt wie gesagt schon etwas her bzw. lässt einen seine eigene Meinung dazu finden/erforschen. Aber gerade da lässt das raue Regiedebüt zwischen „The House That Jack Built“ und einem amerikanischen Giallo doch einiges liegen bzw. feige im Argen. Richtig Stellung nimmt er nie ein, richtig Eier zeigt er selten. Zumindest thematisch. Gewalttechnisch reißt er Bäume aus - und das (fast wie damals „Texas Chainsaw Massacre“) obwohl/gerade weil sich doch das Meiste im Kopf des Zuschauers abspielt...
Fazit: in Sachen Gore, Anschein und Ambition weit vorne. Aber im Endeffekt nicht ansatzweise die Summe seiner Teile und nur eine blendende Fingerübung. Als Regiedebüt für Jay Baruchel dennoch ein passabler Start. Gefühlt jedoch etwas mehr abgebissen, als er schlucken kann.