Zwei wunderbare Werke von Hugo Schuhmacher
können bis Sonntag in Zürich Niederdörfli besichtigt werden
Können auch einzeln gekauft werden
Zustand wie auf den Fotos
Rahmen gratis
Viel Spass beim bieten
Hugo Schuhmacher, jüngster Sohn eines Malers und Bildhauers und einer Arbeiterin, absolviert in Zürich 1957–1961 eine Lehre als Retoucheur. Erste tachistische Bilder entstehen ab 1962 (El mar, 1964). Ab 1962 Beteiligung an Gruppenausstellungen; 1963 erste Einzelausstellung in der Städtischen Galerie zum Strauhof, Zürich. Schuhmacher greift das Formenvokabular der Pop Art und des Fotorealismus auf, um seiner Zivilisationskritik Ausdruck zu verleihen. 1963 und 1969 Stipendien der Stadt Zürich. Mitglied der Gewerkschaft Kultur, Erziehung und Wissenschaft. Mitbegründer der Produzentengalerie Produga in Zürich. Das Auto, als Inbegriff von Potenz und Macht, versinnbildlicht Entfremdung und Ausbeutung von Mensch und Natur (Werkreihen Autolandschaften und Frauto ab 1967). In anderen Werken kommentiert Schuhmacher schweizerische Politik (Mr. Europa, 1969; Freiheit, 1971). Schon früh beschäftigen ihn ökologische Fragestellungen in der Werkreihe Programmierte Natur (ab 1973) und Stadtlandschaften als künstliche Natur (Werkreihe Profit, ab 1972).
Schuhmacher unternimmt zahlreiche längere Reisen, wobei 1979 Aufenthalte im Norden Kanadas und auf vor allem Bali prägend wirken. Naturwissenschaftliches Interesse und die Erfahrung der Wildnis münden in grossformatige Bilder mit Motiven aus der Tier- und Pflanzenwelt: Thunfischköpfe, 1977. In den 1980er-Jahren wird sein Blick zunehmend analytischer: In den Werkreihen Natürliche Ordnung (ab 1980) und Natürliche Signale (ab 1983) stellt er detaillierte Nahansichten von Federn und Blumen dar. Das Pendeln zwischen Kulturen – 1989 zweiter Wohnsitz auf Ostbali – provoziert Fragen nach dem Eigenen und dem Fremden (Heimat, 1990–91), 1987 längere Reise nach Queensland im Nordosten Australiens; Auseinandersetzung mit der Kultur der Aborigines. Die Eindrücke exotischer Welten äussern sich in den Serien Dschungelzeichen (1987) und den Kokospalmen-Bildern (ab 1990). Die Verschmelzung von in Wirklichkeit fremden Elementen führt in späteren Jahren zu einer poetisch verdichteten Bildsprache.
Zahlreiche Auftragsarbeiten im öffentlichen Raum, wie der Wandfries Natur und Technik, 1977, Universität Zürich. Einzelausstellungen (Auswahl): 1984 Natürliche Ordnungen im Kunsthaus, Glarus, 1986 Retrospektive im Bündner Kunstmuseum in Chur.
Die unmittelbare Erfahrung der Welt ist Anstoss für Schuhmachers Schaffen. Die erste Werkphase zeichnet sich durch symbolträchtige Bilder aus, die sich in beissender Zivilisationskritik entladen. Wichtiges Arbeitsinstrument ist die Fotografie. Das auf den Bildträger projizierte Motiv wird mit Spritzpistole und Schablonen gestaltet. Neben der Malerei in Acryl, Farbstift- und Bleistiftzeichnungen sowie Werken in Mischtechnik und verschiedenen Druckgrafiken setzt Schuhmacher seit 1992 auch Computer und Video ein.
In der verzerrt im Autolack gespiegelten Umgebung kristallisiert sich die gebrochene Naturwahrnehmung der Wohlstandsgesellschaft, in Landschaftsbildern prallen Natur und Zivilisation aufeinander. Auch die ersten Tier- und Pflanzendarstellungen verharren nicht in reiner Naturschönheit, sondern sind moderne Vanitas-Bilder. Um 1978 kündigt die Wende hin zu Nahansichten eine Versöhnung zwischen Mensch und Natur an. Doch bleibt es auch hier nicht bei einer Apotheose der Natur, vielmehr werden zivilisatorische Ordnungen im Vergleich mit denjenigen in der Natur als zweitrangig entlarvt. Die poetischen, technisch virtuos dargestellten Naturfragmente wehren jede Kritik reiner Ästhetisierung ab.
Seit 1987 fliessen Erfahrungen der Begegnung verschiedener Kulturen vermehrt in das Schaffen ein, wodurch die Werke an Mystik gewinnen. Die Intensität, mit der Schuhmacher sein Umfeld wahrnimmt und wiedergibt, seine Flexibilität, mit der er sich zwischen verschiedenen Welten bewegt, lassen ihn zu immer neuen, engagierten Bildern kommen.
Werke: Chur, Bündner Kunstmuseum; Niederglatt, Neue Kirche, Bergpredigt, 1979, Wandbild; Pfäffikon (SZ), Seedamm-Kulturzentrum; Schlieren, Verwaltungsgebäude Gasverbund Ostschweiz AG, Die gefangene Sonne, 1980, Wandbild; Uitikon, Arbeitserziehungsanstalt, Naturformen aus der nächsten Umgebung, 1979, Wandbild; Zofingen, Berufsschulhaus, Unsere Pyramide, 1978, Wandobjekt; Kunsthaus Zürich; Graphische Sammlung ETH Zürich; Zürich, Museum Baviera; Zürich, Kassengebäude der Universität, Natur und Technik, 1977, Wandfries; Zürich, Studio Schweizer Fernsehen, Januskopf, 1982, Wandbild.