Silverprint, 1977, Auflage/Edition 8/8, Handsignierung mit Bleistift verso vom Fotografen "Arnold Odermatt, Hergiswil, 1977, 8/8", Provenance Fotomuseum Winterthur, Blattmass 404 x 302 mm, Format Passepartout 500 x 400 mm.
Fotograf Arnold Odermatt (*1925-2021)
Gelernter Bäcker-Konditor. Als Photograph Autodidakt. Innerschweizer Pionier der Polizeiphotographie. Odermatt Photographien, dem Dokumentarischen verpflichtet, machen darüber hinaus sein Interesse am Bildhaften deutlich. Anders als bei vielen spekulativen Katastrophenbildern in der Presse sind hier die kleinen, scheinbar nebensächlichen Vorkommnisse festgehalten. Jede Aufnahme erzählt vom Gespür des Photographen für Situation und Augenblick und verdeutlicht seinen Sinn für Dramaturgie und Bildaufbau. Arnold Odermatts Werk überzeugt heute durch diese besondere Bildqualität. Er hat über das Ereignis hinaus eigentliche Bilder geschaffen. (Museum im Bellpark Kriens).
Wegen einer Mehlstaub-Allergie tritt Arnold Odermatt 1948 in die Polizei ein und führt für die Bestandesaufnahme bei Verkehrsunfällen die Photokamera ein. Bis dahin ist die Photographie in der Zentralschweiz alles andere als ein selbstverständliches Mittel der Beweisführung bei der Polizei. Jedoch gelingt es ihm, seine Vorgesetzten von seiner Innovation zu überzeugen und sie erlauben ihm, eine alte Toilette des Wachtpostens in Stans in eine provisorische Dunkelkammer zu verwandeln. Mit dem, Jahre späteren, Umzug der Nidwaldner Polizei in ein neues Gebäude, erhält der erste Polizeiphotograph sein eigenes Labor.
1990, als Vizekommandant der Nidwaldner Kantonspolizei, geht Arnold Odermatt in Pension. Sein Idee für ein Photobuchthema: Landschaftsphotographien. Wo er seinen Sohn (Urs Odermatt, Film-, Fernseh- und Theaterregisseur) um Schützenhilfe für dieses Projekt bittet, kommt diesem die Idee mit den Polizeiphotographien bei der Motiv- und Stoffrecherche für seinen Spielfilm „Wachtmeister Zumbühl.“
Mehrere Bücher, Einzel- und Gruppenausstellungen folgen.