Conrad Meyer 3. Sinnenbild "Am Scheidweg" 1652
"Am Schweidweg mit ferfehl die rechte Strass erwehl", Original aus Zürich, 1652
Aus dem Spiegel der Christen 1652, in welchem C. Meyer die christlichen Tugenden für die verschiedenen Berufsstände mit Illustrationen und Zitaten aus der Bibel aufzeigt, darunter Lehrer, Obrigkeiten, Eheleute, Kinder, Knechte und Mägde. "Gewidment einer Tugendliebenden Jugend ab der Bürgerbibliothek für das Jahr 1652. "
Der Benutzer des zum didaktischen Genre des literarisch-religiösen "Spiegels" zählenden Emblemwerks sieht darin, wie die Welt ist und wie er als Angehöriger eines Standes (idealerweise) sein sollte, "damit er moralisch, religiös, wissenschaftlich oder praktisch zum rechten Weltverhältnis fortschreiten könne" (U. Störmer-Caysain: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft Bd. III, S. 467). "Bild und Text durchwirkt ein Grundgedanke christlicher Ethik, wonach nur jene Menschen, die ihre vor Gott gesetzten und ihren Lebensverhältnissen entsprechenden Tugendpflichten erfüllen, auf ewige Gnade hoffen können" (Bruno Weber).
Rahmen 33.5 x 41 cm, Bild 18 x 23 cm, sehr guter Zustand in dekorativem Rahmen und vergoldetem Passepartout. Der Schatten auf den Fotos ist vom Lichteinfall.
Kann auch in Aarau oder Rüti ZH abgeholt werden.
(Geschichte: Conrad Meyer war der Sohn des Zürcher Kupferstechers Dietrich Meyer (1572–1658).Von seinem Vater ausgebildet, wurde er bekannt für seine druckgraphischen Werke, besonders für Radierung.
Seine Ausbildung vervollständigte er 1638 bei Joseph Plepp in Bern. Ende 1642 kam er über Augsburg und München von seiner Wanderschaft zurück, die ihn unter anderem zu Matthäus Merian (1593–1650) in Frankfurt am Main geführt hatte. In Zürich arbeitete er in der Familientradition der Druckgraphik von Vater und Bruder Rudolf Meyer (1605–1638) weiter. Für Neujahr 1645 konzipierte er einen Einblatt-Druck zum Thema «Tischzucht», der die Jugend zu guten Sitten am Esstisch anleiten sollte. Der lokal bekannte Barockdichter Johann Wilhelm Simler (1605–1672) verfertigte die der Radierung Meyers beigedruckten Verse. Mit diesem Neujahrsblatt der damaligen Burgerbibliothek Zürich (heute Zentralbibliothek Zürich) begründete er die Tradition der Zürcher Neujahrsblätter, die seither jährlich am lokalen Feiertag (Berchtoldstag, 2. Januar) veröffentlicht werden.[ 1649 heiratete er Susanna Murer (1614–1679), Enkelin des Glasmalers und Dichters Christoph Murer in Zürich.
Er war ein geschätzter Porträtist der Zürcher Gesellschaft. Als Zeichner und Aquarellist arbeitete er oft unterwegs im Freien und verfertigte viele Naturstudien an Ort und Stelle, so verschiedene Ansichten der Stadt Zürich und ihrer Umgebung. Sein Gemälde des Rheinfalls von 1647 (Öl auf Leinwand, 56 × 88,5 cm; Schweiz. Landesmuseum Inv. Nr. 57085), wird bezeichnet als "das erste topographisch genaue Rheinfallgemälde überhaupt". Mit dem holländischen Maler Jan Hackaert bereiste er zwischen 1653 und 1657 vier Mal die Schweiz. Die Reise Hackaerts und Meyers von 1655 wird auch bezeichnet als «die erste Expedition zum Zwecke künstlerischer Aneignung des Hochgebirges in der europäischen Kunst». Auch sein Sohn Johannes Meyer der Jüngere (Zürich 1655–1712 Zürich) wurde als Künstler bekannt.)