Verkaufe Original Gemälde (Öl auf Karton) von Erich Staub.
34x30cm / 43x40cm (Rahmen)
Das Gemälde ist gerahmt.
Hier einige Informationen zum Künstler aus dem „Tagblatt“:
Der St. Galler Künstler Erich Staub hatte nach seiner Entdeckung durch den Sammler und Antiquar Josef John und die späteren Ausstellungen im Museum im Lagerhaus viel Aufwind erhalten. In den letzten Jahren ist es still geworden um ihn.
Eines seiner grossformatigen Gemälde hängt im Korridor des Lagerhauses – am westlichen Ende des Ganges befindet sich der Eingang des Museums für Naive Kunst und Art Brut, das dieses Jahr sein 25jähriges Bestehen feiert. Erich Staubs Malerei sticht heraus durch eine Mischung von hyperrealistischen und surrealistischen Motiven. Simone Schaufelberger, welche ihn vor über zwanzig Jahren im Museum gezeigt hatte, nannte ihn einen «Bildfabulierer». Staub gehörte auch zu jenen Künstlern, die während der ersten Museumsnacht auf Einladung des damaligen Museumsleiterpaares Schaufelberger-Breguet ein Malhappening vor Ort veranstalteten. Die damals entstandenen Werke hängen nun als «musée du corridore» in besagtem Korridor.
Entdeckt hatte den «Bildfabulierer» oder «skurrilen Phantasten» der Antiquar und Sammler Josef John. Vor zehn Jahren brachte er den umfangreichen Text-/Bildband «Einblicke, zur Faszination Volkskunst und Naive Kunst aus der Ostschweiz und dem Bodenseeraum» im Appenzeller Verlag heraus. In dem umfangreichen Werk wird auch Erich Staub erwähnt: «Geboren 1942 in St. Gallen, zweites von vier Kindern, Teppichverkäufer, Kellner, Antiquitätenhändler und Hobby-Restaurator. Malt seit 1965. Lebt in St. Gallen.»
Vom Kellner zum Künstler
Eigentlich wäre er ja lieber Dekorateur geworden, beginnt der heute 71-Jährige gleich und lässt die Besucherin ein Weilchen staunend vor dem antiken Uhrwerk unter einer gläsernen Kuppel stehen. Im künstlichen Geäst tummeln sich Paradiesvögel, die, mechanisch betrieben, zu flattern und picken beginnen. Schon mehrere Jahrzehnte wohnt das Ehepaar Staub in der Siedlung in Bruggen. Früher zusammen mit den Söhnen; später auch noch mit der Mutter von Anna Staub-Josipovic. Die Tochter rettete sie während des Krieges aus dem schwer umkämpften Banja Luka. Anna Staub war 1965 in die Schweiz gekommen, sie kellnerte wie ihr späterer Mann, und als sie das erste Mal Bilder von ihm zu sehen bekam, soll sie gesagt haben: «Was Du kannst, kann ich schon lange.» So erzählt es heute der ihr sehr zugewandte Ehemann; 1969 verlobte er sich mit Anna; die künstlerische Handfertigkeit seiner Frau bis heute über seine eigene stellend. Anna Staub verarbeitete in ihren frühen Bildern das Heimweh; später wandte sie sich der sennischen Appenzeller Malerei zu, zeigte und verkaufte ihre Bilder an zahlreichen Ausstellungen. Gemeinsam ist den beiden ihre Sammelleidenschaft und ihr von Lebensjahren geschulter Blick für Trouvaillen, die sie gemeinsam für Antiquitätenmessen herrichten: In ihrem Lager stapeln sie sich auf Tischen und Regalen – Bilder, Uhren, Lampen, Vasen, Nippes – und die in diesem Sammelsurium eher exotisch wirkenden Kaffeesatz-Objekte von Erich Staub. Was er auf dem Bild so behende in die Luft wirft, könnte ebenso leicht als Querverweis auf jene Geschichte interpretiert werden, wo sie begann: in den von Sklaven bewirtschafteten Kaffeeplantagen. Gibt man in der elektronischen Suchmaschine den Begriff «Kaffeesatz» ein, erscheinen unzählige Vorschläge für die Wiederverwendung – von Hautpeeling bis Ameisensperren.
Erich Staub hätte ein weiteres originelles Recyclingprodukt hinzuzufügen: Er modelliert aus Kaffeesatz archaische Figuren – und «schwere» Sträflingskugeln mit Ketten dran, so leicht, als hätte nicht der kreative Sonderling Staub, sondern Harry Potter seine Hand im Spiel gehabt.
Wir setzen uns an den Ecktisch, auf dem ein Strauss mit künstlichen Blumen sowie ein Töpfchen mit Nidelzeltli stehen. Die Wände sind «tapeziert» mit eigenen und Bildern von bekannten und teilweise befreundeten Kunstschaffenden, grösstenteils aus dem Genre der Naiven und Art-Brut-Kunst. Erich Staub sprudelt drauflos, mäandert durch die Jahre, kramt in hohen Stapeln von Broschüren und Heften, es raschelt und rutscht, er zieht da ein Büchlein hervor und setzt dort eine Pointe. «Bringe halt manchmal einen Spruch, das weiss man von mir», sagt Staub, als hätte er Gedanken gelesen. Man müsse nicht immer alles so todernst betrachten. Auch die Kunst nicht. John habe ja damals gemeint, er solle nach Amerika. «Ich wollte wissen, ob man dort einen Namen bekommt. Das will doch jeder Künstler, einen Namen bekommen. Mir sagte das aber nie etwas, einen Namen haben.» Und er ging nicht nach Amerika.
Seit er mit achtzehn im Traum von einem Leoparden verfolgt wurde, malt Erich Staub. Am Anfang habe er noch abgezeichnet, das sei ja legitim und würden auch «richtige Kunstmaler» tun. Je länger er malte, ab 1965 intensiv, desto differenzierter, ausgefeilter erschienen seine Figuren und Motive auf den teilweise monumentalen Gemälden.