Liebesgeschichten?
Neun Schweizerinnen erzählen aus ihrem Leben mit einem Mann aus einem Fluchtland. Die ehrlichen, ungeschminkten Berichte zeigen, wie kulturell unterschiedlich geprägte Gesellschaftsbilder zu beträchtlichen und bereichernden — Spannungen im Zusammenleben zweier Menschen führen. Dadurch werden die eigenen Werte und Normen deutlich sichtbar; auch die Asyl- und Ausländerproblematik erscheint in einem neuen Licht.
«Die Fähigkeit, sich hinzugeben und die Gefühle unverstellt zu zeigen, ist eigentlich erstaunlich bei Männern, die wie er in einer typisch patriarchalen Gesellschaft aufgewachsen sind. Mittlerweile ist mir das bei vielen orientalischen Männern aufgefallen. Ich würde es als ihre weibliche Seite bezeichnen.» Barbara
«Das Fremde, das Andersartige faszinierte mich. Nie weiss man wirklich, was die fremde Herkunft ist und was die Person.» Beatrice
«Die berühmte Doppelmoral. Deswegen haben wir uns am meisten gestritten. Die Frau wird in arabischen Ländern doppelt verarscht. Hier zwar auch, aber dort halten sich die Männer ihre Frauen im Haus und gleichzeitig schauen sie sich Pornofilme an.» Ruth
«Dass ich mich erneut in einen Kurden verliebt habe, verstehen viele nicht; in einen Mann aus einer Kultur, die mir sehr nahe ist. Ein Teil von mir, der Herzteil, jener Teil, der eine Heimat und ein zuhause will, der fühlt sich in Kurdistan sehr wohl.» Gabriele
Autorinnen
Cristina Karrer (1961) studierte in Zürich Humangeographie, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Als freie Journalistin schreibt sie unter anderem für die Weltwoche, die Neue Zürcher Zeitung, Die Zeit, Annabelle, Das Magazin und die Wochenzeitung. 1991 erhielt sie für ihre Reportage über rumänische Bergbauern den Zürcher Journalistenpreis. Sie arbeitete für ein Entwicklungsprojekt in Südindien und unternahm mehrere Reisen in den türkischen und den irakischen Teil Kurdistans.
Die promovierte Kulturanthropologin Katharina Steffen (1949) verfasste das Nachwort zu diesem Buch. Sie arbeitet als Dozentin an verschiedenen Universitäten. 1991 gründete sie das Institut für qualitative Sozial- und Kulturforschung (ISK) in Zürich. 1990 erschien ihr Buch «Übergangsrituale einer auto-mobilen Gesellschaft».
Gebundenes Buch 142 Seiten.
Das Buch ist leicht vergilbt, sonst in gutem Zustand.
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