Das hatte sich Kriegsberichterstatter Pierre Peders ganz anders vorgestellt: Während in Washington der Skandal des Jahres gärt, soll er in New York das langbeinige, blonde Serienstarlet Katya interviewen. Für den gestandenen Journalisten eine Degradierung ohne gleichen, dementsprechend unvorbereitet und widerwillig geht er an die Sache ran. Doch Katya kontert die herablassenden Fragen mit scharfzüngigen Antworten und lässt den Berufszyniker mehrfach auflaufen. Offenbar hat Piere sein gegenüber unterschätzt. Als das Interview in Katyas Loftwohnung fortgesetzt wird, entwickelt sich zwischen den beiden Egos ein Duell um Macht, Lügen und intime Geständnisse...
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Sienna Miller, die ja immer schnell auf "die Ex von Jude Law" reduziert wird und der man gerne schauspielerisches Talent abspricht, zeigt in "Interview" in voller Spielfilmlänge, dass sie wirklich spielen kann. Böse Zungen behaupten, das läge nur daran, dass sie sich sozusagen nur selbst spielen muss – was natürlich so nicht stimmt, denn sie kann spielen und sie hat keinerlei Probleme, gegen einen Schauspieler vom Format eines Steve Buscemi mühelos zu bestehen. "Interview" ist ein Remake des gleichnamigen Films des ermordeten niederländischen Regisseurs Theo van Gogh, das Steve Buscemi als Drehbuchautor für den US-Markt umschrieb, auch gleich die Regie übernahm und sich selbst die Hauptrolle gab. Das Kammerspiel glänzt durch gute Dialoge, die gerne öfter etwas scharfzüngiger hätten ausfallen können. Dennoch: ein dynamisches, verbales Ping-Pong-Spiel beginnt zwischen den beiden Hauptakteuren – sie beleidigen sich, sie sind zynisch und arrogant, sie flirten und umkreisen sich, sie öffnen sich vorsichtig, sie sind ängstlich und zerbrechlich, sie geben kleine schmutzige Geheimnisse preis. Die Spannung wird dadurch gehalten, dass man doch nie so genau weiß, wer die Wahrheit sagt und wer hier eigentlich wen manipuliert. Nur am Schluss - beim finalen Twist - zeigt sich "Interview" dann doch nicht ganz so intelligent, wie es eigentlich sein will, was aber zu verschmerzen ist. Die Kameraführung von Thomas Kist, der auch schon für das Original hinter der Kamera stand, ist faszinierend. Er fängt die Ausmaße von Katyas großzügigem Loft gekonnt ein und schafft es gleichzeitig, eine leicht klaustrophobische Stimmung zu erzeugen. Der stetige Wechsel zwischen Raum und Enge/Nähe, was natürlich als roter Faden den gesamten Film ausmacht, verfolgt Kist auch beim Einfangen der Hauptakteure, die er oft in Totalen wie auf einer Theaterbühne zeigt, diesen Totalen aber großartige Closeups entgegensetzt, die ein fast intimes Gefühl aufkommen lassen, so dass man sich als Zuschauer selbst ein wenig aufdringlich fühlt. Fazit Smartes und unterhaltsames Zwei-Personen-Stück über den Hype um Stars und Sternchen.
Regisseur : Buscemi, Steve
Darsteller : Buscemi, Steve, Elders, Tara, Miller, Sienna
Dvd D/E/F
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