Luckner entstammt dem Geschlecht der Grafen von Luckner. Sein Vater war der in Plön geborene königlich-preußische Leutnant Heinrich Ludwig Wilhelm Georg Graf von Luckner, seine Mutter dessen zweite Frau Marie, geborene Lüdicke aus dem sachsen-anhaltischen Hettstedt nahe Halle (Saale).[1]
Er wurde in Dresden geboren und wuchs auf dem nahegelegenen Gut Pennrich auf. Luckner besuchte von 1887 bis 1890 eine Volksschule und von 1890 bis 1895 das Annen-Gymnasium in Dresden.
Luckner entlief, nachdem er zweimal sitzengeblieben war,[2] als 14-jähriger Jugendlicher von Zuhause und heuerte als Schiffsjunge auf dem russischen Segler Niobe, unter dem Mädchennamen seiner Mutter „Phylax Lüdecke“, an. Luckners Vater hatte für seinen Sohn eine militärische Karriere geplant und seinem Sohn das Versprechen abgenommen, dass er als Leutnant in die Offizierslaufbahn eintritt. Luckner ging daher zur Heilsarmee, um dort einen -wenn auch nicht militärischen- Dienstgrad Leutnant zu erwerben. Danach war er als Leuchtturmwächtergehilfe tätig und bereiste später Australien und die USA, wo er verschiedene Gelegenheitsjobs annahm.[1] 1903 erwarb er an der Navigationsschule Lübeck das Steuermannspatent und fuhr für ein Jahr als III. Offizier. Danach diente er 1904–1905 als Einjährig-Freiwilliger in der Kaiserlichen Marine und war ab 1906 als IV. Offizier bei der Hapag angestellt. Später erlangte er 1907 das Kapitänspatent auf der Navigationsschule in Papenburg und war weiterhin bis 1910 bei der Hapag, zuletzt als II. Offizier, angestellt.
Luckner wurde 1910 vom damaligen Oberbefehlshaber der Marine Prinz Heinrich, als Leutnant in den aktiven Dienst übernommen, 1911 zum Oberleutnant zur See und 1915 zum Kapitänleutnant zur See befördert.[2][4]
Im Ersten Weltkrieg nahm er ab 1916 zunächst als Artillerieoffizier auf dem Linienschiff Kronprinz an der Skagerrakschlacht teil[5] und wurde später bekannt als Kommandant des Hilfskreuzers Seeadler, mit der die britische Seeblockade durchbrochen wurde. Hierzu wurde das Schiff als norwegischer Frachter getarnt. In seinem im Mai 1920 erschienenen Buch Seeteufel[6] beschreibt er das Aufbringen von feindlichen Schiffen im Zeitraum von Dezember 1916 bis Dezember 1917.