Bieten Sie hier auf 5 Samen der weissen Feuerbohne, Prunkbohne (Phaseolus coccineus)!
Die dekorative Feuerbohne heisst wegen ihrer grossen Blüten auch Prunkbohne. Sie stammt ursprünglich aus dem tropischen Südamerika und wurde im 17. Jahrhundert nach Europa importiert. Inzwischen ist sie in ganz Europa verbreitet. Die Prunkbohne ist eine einjährige Kletterpflanze und wächst mithilfe linkswindender, schlingender Triebe. Sie klettert sehr schnell und wird je nach Sorte zwei bis vier Meter hoch. So bilden mehrere Pflanzen gemeinsam bald dichte Laub- und Blütenwände. Die Wurzel der Prunkbohne kann sich zu einer kleinen Knolle verdicken. An verdickten Gelenken können die Bohnenblätter sich in verschiedene Richtungen drehen und begeben sich nach Sonnenuntergang in eine "Schlafposition".
Die Keimblätter der Prunkbohne verbleiben im Boden und werden deshalb niemals grün (hypogäische Keimung). Die Einzelblüten erscheinen ab Juni bis in den September hinein und stehen in langgestielten Trauben. Sie zeigen die typische Form der Schmetterlingsblütler (Faboideae) und sind zwischen einem und drei Zentimeter gross. Als sogenannte Langtagpflanze beginnt die Feuerbohne mit ihrer Blüte erst bei über zwölf Stunden Tageslicht (Photoperiodismus). Die Blüten der Feuerbohne sind zwittrig, aber selbststeril, das heißt zur Bestäubung ist eine weitere Pflanze notwendig. Aus den Blüten der Prunkbohne entwickeln sich grüne Hülsenfrüchte, die je nach Sorte über 25 Zentimeter lang werden. Sie können jung geerntet und in der Küche wie Busch- oder Stangenbohnen zubereitet und gegessen werden.
Phaseolus coccineus ist eine widerstandsfähige Kletterpflanze, die mit fast jedem Standort zurechtkommt und sowohl in der Sonne als auch im Halbschatten gut gedeiht. In milden Lagen kann die Feuerbohne auch zweijährig kultiviert werden, da sie kälteresistenter ist als die herkömmliche Gartenbohne. Die Prunkbohne ist sehr robust und stellt an den Boden keine besonderen Ansprüche. Idealerweise ist das Substrat lehmig, aber durchlässig und nährstoffreich. Die Aussaat von Feuerbohnen ist unkompliziert, aber man muss den richtigen Zeitpunkt erwischen. Beim Anbau unterscheiden sich Feuerbohnen nicht von den hohen Gartenbohnen. Je wärmer der Boden ist, desto kürzer gestaltet sich der Keimprozess und umso besser stehen die Chancen, dass die Feuerbohnen-Sämlinge diese kritische Phase überstehen, denn sie sind empfindlich gegenüber Frost und Schädlingen. Feuerbohnen werden üblicherweise ab dem 10. Mai direkt ins Freie gesät, und zwar sät man je sechs bis acht Samenkörner im Abstand von 30 bis 40 Zentimetern, etwa zwei Zentimeter tief. Die Keimdauer beträgt etwa 14 Tage. Halten Sie während dieser Zeit die Erde leicht feucht.
Tipp: Schützen Sie die kälteempfindlichen Keimlinge durch Abdecken vor späten Nachtfrösten. Eine Vorkultur im Topf ist ebenfalls möglich. Drücken Sie dazu zwischen Mitte und Ende April jeweils einen Samen in einen kleinen Topf mit Anzuchterde. Bei etwa 20 Grad und feuchter Erde keimen die Samen zügig. Drei Wochen später können die Keimlinge dann ausgepflanzt werden. Die Feuerbohne kann sowohl als Zier- als auch als Nutzpflanze gezogen werden. Wollen Sie dagegen Bohnen ernten, müssen Sie sich mit einer verkürzten Blütezeit zufriedengeben und die abgeblühten Blütenstände stehen lassen. Bei heißem Wetter braucht die Feuerbohne viel Wasser, vor allem, wenn sie in einem Kübel steht. Gießen Sie Ihre Feuerbohnen im Kasten und Kübel im Sommer täglich. Prunkbohnen begeistern nicht nur durch ihre verschwenderische Blütenpracht, sondern liefern dazu bis Oktober unermüdlich neue, aromatische Hülsen. So verbindet Phaseolus coccineus den Nutzgarten mit dem Ziergarten. Feuerbohnen können an Obelisken, Bögen, Säulen, an Pergolen und Spalieren als attraktiver Sichtschutz angepflanzt werden. Die Feuerbohne eignet sich außerdem gut zur Begrünung von Zäunen und Wänden. Nach der Blüte können die schmackhaften Schoten und Samen geerntet und in der Küche verarbeitet werden. Ernten Sie im Herbst die Samen aus den voll ausgereiften, aber noch nicht aufgeplatzten Bohnenhülsen. An einem luftigen Ort werden die Kerne getrocknet und im nächsten Jahr wieder ausgesät. Gegen Bohnenrost sind Prunkbohnen weitestgehend unempfindlich.