Otmar Alt
(1940 Deutschland)
Titel: Unbekannt
Technik: Farblitographie
Signatur: Vorderseite, unten rechts
Auflage: 40/72
Zur Biographie des Künstlers:
Otmar Alt (* 17. Juli 1940 in Wernigerode) ist ein deutscher Maler, Grafiker, Designer und Bildhauer. Er vertritt den Leitgedanken: Kunst, die man erklären muss, ist langweilig. Gemeinsame Erkennungsmerkmale seiner Arbeiten ist die Experimentierfreudigkeit und die Farbenfrohheit.
Otmar Alt ist Sohn des Kirchenmusikers und Musiklehrers Rudolf Hermann Alt und der aus einer Kaufmannsfamilie stammenden Dorothea Stiemke. Sein Vater war Mitglied der Herrnhuter Brüdergemeine. 1945 wurde die Wohnung des Vaters ausgebombt und das Vermögen der Familie ging verloren. Dadurch wechselte der Wohnort mehrfach. 1951 siedelte er mit seiner Mutter von Wernigerode dauerhaft nach West-Berlin um. Der Vater war Reiseleiter und lebte größtenteils von der Familie getrennt. Er starb 1958.
Alt besuchte ab 1952 in Berlin die Volksschule, die er mit der Mittleren Reife abschloss. Im Elternhaus erfuhr er erste Begegnungen mit Kunst und Musik. Seit seinem sechsten Lebensjahr erhielt er Klavier- und später Klarinettenunterricht. 1956 begann er eine Lehre als Schaufenstergestalter und Plakatmaler. Die Gesellenprüfung im Jahre 1958 bestand er mit Auszeichnung
Studium
1959 begann Alt ein Studium an der Meisterschule für Kunsthandwerk Berlin. Dort wurden vor allem Ausstellungsbau und Schrift unterrichtet. Wegen der zeitlich parallelen Aufnahmeprüfung an der Hochschule der Künste Berlin versäumte Alt die Abschlussprüfung.[2]
1960 wurde Alt in die Vorklasse bei Walter Bergmann in der Abteilung für Angewandte Kunst aufgenommen. Er nahm zusätzlich am Aktzeichnen bei Hermann Bachmann teil, wodurch ihm der Übertritt in die freien Klassen gelang. Am Institut unterrichteten u. a. Karl Hartung, Bernhard Heiliger und Ulrich Knispel. Alt schulte sich zunächst im Malen der Natur und orientierte sich an abstrakter Malerei.
Zwischen 1964 und 1966 war Otmar Alt Meisterschüler bei Hermann Bachmann. Der junge Künstler bezog mit Waldemar Grzimek ein Atelier in der Görresstraße, das zuvor dem Bildhauer Richard Scheibe gehört hatte.[3] Eine große Zahl informeller Arbeiten entstand hier. Etwa ab 1965 nahmen die Bilder figurative Züge an
Künstlerische Entwicklung
Nach Abschluss seines Studiums als Meisterschüler bei Bachmann war Alt als Bühnenbildassistent in Trier und Frankfurt am Main tätig. Seine erste Ausstellung hatte er in der Berliner Gaststätte Like Bari. Während dieser Tätigkeit lernte er die Pharmazeutin Inge Papenfuß kennen, die er später heiratete. 1970 wurde sein Sohn Fabian geboren. Während eines Aufenthalts in Italien in den 1970er Jahren verunglückte seine Ehefrau.
Alt eignete sich neue künstlerische Techniken an, die er für verschiedene Serien nutzte.
Im Frühjahr 2006 unterstützte Otmar Alt die RAG Ruhrkohle AG in Essen bei ihren Bemühungen, die Bewerbung der Stadt Essen und des Ruhrgebietes um die Europäische Kulturhauptstadt 2010 erfolgreich zu gestalten. Die Kampagne lief unter dem Slogan „I love Ruhrgebiet“.
Dabei entstand die Liebeserklärung für das Ruhrgebiet in Form eines riesigen Plakates. 48.000 Ruhrgebietsbürger hatten für diese Aktion ihre persönlichen Liebeserklärungen an das Revier formuliert. 45 Teilnehmer hieraus wurden bestimmt, die in drei Workshops den Künstler Otmar Alt bei seiner Arbeit anregen und beflügeln sollten. Das dabei entstandene Kunstwerk umspannt einen illustren Bogen von typischen Merkmalen des Reviers, u. a. Currywurst und Fußball. Das von Alt geschaffene Kunstwerk ist von den für ihn typischen Figuren bevölkert. Im Mittelpunkt strahlt ein rotes Herz. Das Plakat ist 3.418 Quadratmeter groß und hat eine Höhe von 48 Metern.
Alt lebt und arbeitet im Ortsteil Norddinker von Hamm (Nordrhein-Westfalen), in einem ehemaligen Bauernhaus. Gleich nebenan befindet sich das Haus der Otmar-Alt-Stiftung, das 1996 eröffnet wurde. Es präsentiert Alt'sche Bilder, aber auch Werke junger Künstler. Die Otmar-Alt-Stiftung wurde 1991 gegründet und unterstützt vor allem junge, talentierte Künstler mit Stipendien.
1991 erhielt Otmar Alt den Kulturpreis der deutschen Freimaurer. Im Juni 2005 verlieh ihm die Stadtverwaltung den Wernigeröder Kunstpreis. Im Gegenzug schenkte Alt seiner Geburtsstadt eine am Tag der Preisverleihung enthüllte Plastik: einen Menschenkopf mit herausgestreckter Zunge – den Kunstschlecker.