"dr billig Jakob"
Hansruedi Lerch, der Verfasser dieses Buches, schreibt: Einst nannte man sie das "fahrende Gewerbe", weil ihre ersten Vertreter häufig den Zigeunervölkern entstammten. Oder man hiess sie "der billige Jude", weil die Juden in der Not ihr Glück im Handel suchen mussten. Schritt um Schritt aber reiften die Markthändler zu einem angesehenen Berufsstand heran, der heute sogar eindeutig als der Vorläufer des modernen Supermarkts gilt.
Unter diesen reisenden Marktkaufleuten zeichnete sich besonders der Marktschreier aus. Er versuchte von jeher, nicht allen die gute Ware werbewirksam zu präsentieren, sondern mit geschliffenem Mundwerk, mit mehr oder minder witzigen Worten das Publikum auch akustisch einzufangen. Und der dies Metier vorzüglich verstand, erhielt vom Volk sozusagen einen Ehrentitel: "dr billig Jagkob".
Der im Bernerland bekannteste "billige Jakob" war Rudolf Gygax.
Er wohnte in Bern, an der Marzilistrasse 6b.
In kurzweiliger Form und sehr kompetent schildert Hansruedi Lerch das Leben von Rudolf Gygax, sein Umfeld und seinem Gewerbe ganz allgemein.
Ein unterhaltendes, packendes Buch!
Das Buch erschien 1970 im Lukianos Verlag AG Bern.
Es ist illustriert mit ein paar S/W-Fotos.
Grösse 13 x 20 cm, 96 Seiten, Hardcover, gebunden.