OFDB Filmkritiken:
Wetterfee verdreht einem Pariser Anwalt den Kopf
Maître Beauvois (Fabrice Luchini) ist ein Pariser Staranwalt. In Monaco vertritt er eine Mandantin in einem Mordprozess. Der Fall schlägt in Frankreich hohe Wellen, deshalb wird Leibwächter Christophe (Roschdy Zem) engagiert, der dem Anwalt fortan nicht mehr von der Seite weicht. Für Beauvois ist die Situation ungewohnt, der pflichtbewusste Bodyguard und der unbeholfen wirkende Anwalt bilden ein herrlich unpassendes Paar. Bei einem Termin lernt Beauvois Audrey (Louise Bourgoin) kennen. Er glaubt, sich in die junge Wetterfee verliebt zu haben und merkt nicht, dass diese ihn schamlos ausnutzt, um ihre egoistischen Ziele zu erreichen. Pikanterweise hatte sein Bodyguard Christophe bereits eine Beziehung mit Audrey und kennt ihre Masche. Seine Warnungen können Beauvois jedoch nicht überzeugen, das Leben des Anwalts gerät immer mehr aus den Fugen.
"Das Mädchen aus Monaco" ist eine gelungene Komödie, die durch ausgezeichnete Schauspieler und ihren charmanten französischen Humor überzeugt. Anne Fontaine zeichnet auch für das Drehbuch verantwortlich. Die Regisseurin konstruiert behutsam die Dreiecksbeziehung zwischen den Hauptfiguren, die vom Typus unterschiedlicher nicht sein könnten. Getragen wird die Handlung von der Beziehung zwischen dem von Fabrice Luchini gespielten Anwalt Beauvois und der durch Louise Bourgoin gespielten Audrey, die in ihrem Kinodebüt einen überzeugenden Einstand gibt. Überragt werden die beiden Darsteller von Roschdy Zem, der als pflichtbewusster Bodyguard eine brillante Leistung liefert. Seine Figur hat zwar einen verhältnismäßig kleinen Anteil an den Dialogen, doch die Leinwandpräsenz von Zen macht das leicht wett. Lobenswert ist auch die Figurenzeichnung der drei Hauptcharaktere. Sie ist für eine Komödie von erstaunlicher Komplexität. So ist es stimmig, dass "Das Mädchen aus Monaco" sich gegen Ende in Richtung Drama bewegt und einen gelungenen Spannungsbogen aufbaut.