Miriam Cahn (1949)
Frau
Kaltnadelradierung auf Bütten
28,0 x 21,0 cm
Blatt 33,0 x 25,0 cm
Zustand gut
In ihren Bildwelten nimmt die Schweizer Künstlerin Miriam Cahn die Aufhebung von gesellschaftlichen Normierungen vorweg und tritt der tradierten Inszenierung des Weiblichen sowie geschlechterspezifischen Rollenverhältnissen entgegen. Schon seit den frühen, stark vom Feminismus geprägten Jahren bis hin zu ihrem Spätwerk steht der menschliche Körper im Mittelpunkt ihrer Malerei. In seinen Linien klar umrissen, zerfließt er dennoch mit der Umgebung. Intensiv setzt sich Miriam Cahn besonders mit der Grenze zwischen unserem Inneren und unserem Äußeren, sowie mit den wesentlichen Bedingungen des Menschseins auseinander. Wiederkehrende Themen in ihrem Werk sind die vielschichtigen zwischenmenschlichen Beziehungen, Familienkonstellationen, die Frau in der Gesellschaft sowie Flucht, Krieg und Gewalt. Sie zeigt den Menschen – unabhängig von der Geschlechtszugehörigkeit – in seiner Verletzlichkeit und Zerbrechlichkeit. In ihren späteren Ölmalereien findet Cahn zu neuen Bildideen, um die Destruktion von Identität jenseits der herkömmlichen Geschlechterkonstruktionen darzustellen.