Gemälde
Titel: Lippen & Papagei (aus der Serie Augen, Ohren und Mund)
Datierung: um 1989
Provenienz: Atelieraufnahmen im Katalog (Hirmer Verlag, 2011, "Bruno Weber. Die Kraft der Fantasie - ein Lebenswerk", Abb. Seite 198) sowie Echtheitsbestätigung der Bruno Weber Stiftung, 8953 Dietikon vom 06.02.2020.
Grösse: 90 x 115 cm
Stil: Expressionismus
Material: Leinwand
Technik: Öl
Originalwerk: Ja
Markierung vorne auf Gemälde: B. Weber, unten rechts
Markierung hinten auf Rahmen: No 3710, Bruno Weber, Repischstr 21, Dietikon
Besichtigung: nach Vereinbarung möglich
Beschreibung
Sitzender Mann (nackt) mit mehreren Lippen, Augen und Federschmuck sowie einem Papagei im Hintergrund. Gemälde in allen Farben mit abstrakten, zum Teil lüsternen Darstellungen, welches der Serie "Augen, Ohren und Mund" von Bruno Weber zugeordnet werden kann.
Bruno Weber (CH, 10.04.1931 - 24.10.2011)
Der Schweizer Künstler und Architekt des phantastischen Realismus wurde 1931 in Dietikon geboren und absolvierte 1947 die Kunstgewerbeschule in Zürich unter Johannes Itten, dem Begründer der Farbenlehre. Danach begann er bis 1949 eine Ausbildung als Lithograf bei Orell Füssli, ebenfalls in Zürich. Später folgten Studienreisen nach Italien, Griechenland und in die Tschechoslowakei.
Ab 1962 erweiterte Bruno Weber ständig seinen Skulpturenpark, den Bruno Weber Park in Spreitenbach und Dietikon. Dort stehen unter anderem auch sein Haus mit einem 25 m hohen Turm. Der Park erstreckt sich auf einer Fläche von 15'000 m². Der Skulpturenpark ist das Gesamtkunstwerk und Lebenswerk des Künstlers, welcher jährlich von Tausenden besucht wird. Nachdem Weber jahrelang in Dietikon und Spreitenbach mit den Behörden im Streit war wegen des illegal errichteten Hauses und der Figuren im Wald, stellte sich mit der Zeit eine friedliche Koexistenz ein. 1998 erhielten sämtliche Bauten pauschal den behördlichen Segen.
Von 1991 bis 2003 war Weber verantwortlich für die Platzgestaltung auf dem Uetliberg. Heute steht noch der Skulpturenweg. Weber arbeitete insbesondere mit dem Zürcher Architekten Justus Dahinden zusammen. Weber schuf Skulpturen für Dahindens Bauten, beispielsweise das ursprüngliche Restaurant Tantris in München, die Fassade der Universitätsbibliothek der Technischen Universität Wien und das Stierenhaus in Zürich-Witikon.
Bevor Weber seine Passion für die dreidimensionalen Skulpturen entdeckte, malte er gut dreissig Jahre lang Bilder. Anhand dieser Werke kann man, im Gegensatz zu seinen Skulpturen, eine Entwicklung vom Expressionisten in der Art eines Max Gublers zum phantastischen Realisten hin erkennen.