Holzschnitt " Scampi" von Regina de Vries


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Mehrfarbiger Holzschnitt mit dem Titel "Scampi" .Masse: 40/30cm mit Passepartout. Druck allein 27.2./14.5cm

Ungerahmt. Handsingiert.


∗ 20.2.1913 Den Haag, 

† 13.12.1985 Zürich

 

Wiesendangen (ZH)

Zürich (ZH)

Bildhauerin, Grafikerin und Malerin. Tapisserie und Kunst am Bau. Verheiratet mit Max Truninger

 

Regina de Vries wächst als ältestes von drei Kindern in Zürich auf, nachdem ihre Eltern 1914 in die Schweiz eingewandert sind. Trotz Widerständen ihrer Eltern lässt sich de Vries bei Otto Müller zur Bildhauerin ausbilden und besucht anschliessend zwei Jahre die Kunstgewerbeschule in Zürich. 1935 heiratet sie den Zürcher Maler Max Truninger und stellt ihre eigene künstlerische Tätigkeit vorerst zurück, um mit Keramikarbeiten und Zeichenunterricht den Lebensunterhalt für ihren Mann und ihre zwei Kinder zu verdienen. 1948 hat sie erstmals ein eigenes Atelier und nimmt ihre künstlerische Tätigkeit, neben der Kinderbetreuung und dem Gelderwerb, wieder auf. In den 1940er und 1950er Jahren verfertigt sie vorerst vor allem Grafik, Skulpturen und Reliefs mit figürlichen Motiven. Kurz nach der Gründung der Gesellschaft Schweizer Malerinnen, Bildhauerinnen und Kunstgewerblerinnen (GSMBK) tritt de Vries ihr bei und betätigt sich in der Folge auch intensiv im organisatorischen Bereich der Vereinigung. Von 1950 bis 1968 ist sie als einzige Frau Mitglied von Xylon (Vereinigung der Holzschneider). Während dieser Zeit entwickelt sie ein Druckverfahren, welches die Herstellung von Holzschnitten mit zehn bis zwölf verschiedenen Farben ermöglicht. 1970 beteiligt sich de Vries an einem Wettbewerb zur Ausgestaltung des Treppenhauses des Schulhauses Sonnenberg in Adliswil. Sie gewinnt diese Ausschreibung mit ihrer Installation Schwebende Konstruktion und erhält in der Folge verschiedentlich die Möglichkeit, Aufträge für Kunst am Bau zu gestalten. 1973 organisiert de Vries einen Frauenabend im alternativen Kulturforum La Fourmière. Dies ist eines ihrer ersten Engagements für feministische Anliegen. In Vorträgen und thematischen Ausstellungen bezieht sie fortan kritisch Stellung zu den geschlechtsspezifischen Unterschieden im Kunstkontext. 1975 erleidet de Vries eine folgenschwere Handgelenkverletzung, die ihr von nun an bildhauerische Arbeit verunmöglicht. Daraufhin konzentriert sie sich auf die Malerei und verfertigt ausschliesslich Aquarelle und Acrylbilder. 1978 gemeinsame Ausstellung von de Vries und ihrer Tochter, der Malerin und Illustratorin Bettina Truninger, in der Zürcher Städtischen Kunstkammer zum Strauhof.

Regina de Vries’ Stil ist in den 1940er und den frühen 1950er Jahren noch stark der figurativen Darstellungsweise verpflichtet. Naturnähe ist laut de Vries eines der Hauptkriterien ihrer damaligen Arbeiten. Eigene Erfahrungen verarbeitend, gestaltet sie in dieser Phase häufig das Motiv von Mutter und Kind. Gegen Ende der 1950er Jahre werden die figürlichen Kompositionen von zunehmend abstrakteren Formen abgelöst. De Vries kombiniert rigide formale Strukturen mit organischen, an der Natur orientierten Elementen und versucht auf diese Weise, die menschlichen Eingriffe in Natur und Umwelt zu thematisieren. Von einer vorerst konkreten Bildsprache wechselt sie mit diesen Plastiken und Grafiken zu einer symbolischen Ausdrucksweise. In den 1970er Jahren arbeitet sie mit Kunststoffen, insbesondere bei den plastischen Arbeiten an Gebäuden. Bei Werken wie Schwebende Konstruktion (1970–1971) und Capriccio (1962, Bern, Bibliothekssaal des Bundeshauses) stellen die klaren Formen und reinen Farbflächen wichtige Gestaltungselemente dar, welche später auch in der Malerei eine fundamentale Bedeutung haben. De Vries versucht, mit ihren Arbeiten sowohl gesellschaftliche Fragestellungen aufzugreifen als auch «innere Wirklichkeiten» (de Vries) auszudrücken. Explizit wird dieser Anspruch in den später gemalten Werken wie Wem gehört die Luft? – Nach Seveso (1976), wo sie ihre Angst in Bezug auf den Chemieunfall in Seveso bei Mailand visualisiert.

Werke: Adliswil, Schulhaus Sonnenberg, Schwebende Konstruktion, 1970–1971; Bern, Bibliothekssaal des Bundeshauses, Capriccio, 1962, Wandteppich; Zürich, Hof der Grossmünsterhelferei, Brunnenskulptur, 1976.

 

Rachel Mader, 1998, aktualisiert durch die Redaktion, 2018

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