Hermann Struck
Bildnis eines Juden
(Ostjude aus dem Wilna Gebiet)
Lithographie
Die Lithographie wurde im Jahre 1918 in einer Druckerei des ehemaligen Gebietes Ober-Ost unter der Aufsicht des Künstlers auf den Stein übertragen und dort gedruckt, sodass der Verlag darauf keinen Einfluss nehmen konnte. Die Steine wurden abgeschliffen.
Abbildung/Format: ca. 12,0 cm x 19,5 cm
Blatt/Format: 17 cm x 25 cm
Passepartout/Format: 24 cm x 30 cm
Sehr schöner, kräftiger Druck in gutem Zustand!
Hermann Struck (* 1871 in Berlin; † 1945 in Haifa) war einer der wenigen Vertreter einer spezifisch jüdischen Kunst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er studierte an der Berliner Akademie Malerei. Hermann Struck war als Radierer, aber auch als Lithograph, ein Meister seines Fachs und viele seiner berühmten Künstlerkollegen wie Lovis Corinth, Max Liebermann, Max Slevogt, Lesser Ury oder Marc Chagall ließen sich von ihm in der Technik der grafischen Künste unterweisen. Als überzeugter Zionist, der die politische und soziale Bewegung zur Errichtung eines jüdischen Staates in Palästina unterstützte, war er auch gesellschaftspolitisch aktiv und engagierte sich im Ersten Weltkrieg besonders für die Juden in Osteuropa und Russland. Zu Beginn des Krieges meldete er sich freiwillig und diente als Unteroffizier in Polen, im Baltikum, in Weißrussland und Russland. Von seinen Stationen schickte er Zeichnungen zur Veröffentlichung an Zeitschriften in Deutschland. Neben Landschaftsbildern und Milieustudien aus dem jüdischen Leben ist er besonders für seine Porträts bekannter Persönlichkeiten wie auch Charakterstudien russischer und galizischer Juden bekannt geworden. Durch seine politischen wie sozialen Aktivitäten hatte er vielfältige Verbindungen zu Schriftstellern, Künstlern, Wissenschaftlern und Politikern wie z.B. zu Arnold Zweig, Lovis Corinth, Max Liebermann, Albert Einstein, Sigmund Freud oder auch zu Theodor Herzl, dem Begründer des politischen Zionismus. 1923 wanderte er nach Palästina aus. Er ließ sich in Haifa nieder und unterstützte in vielfältiger Weise den Aufbau künstlerischer Strukturen und Institutionen in seiner neuen Wahlheimat, z.B. durch die Gründung einer Künstlerkolonie in Haifa, den Aufbau eines Museums in Tel Aviv oder durch die Einrichtung einer Kunstschule in Jerusalem. Er wird heute gerne als die 'künstlerische Seele Israels' gesehen.
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