Funktion gegen Prunk: alles, nur kein Durchschnitt!
Während der Jugendstil um die Jahrhundertwende vor allem die geschwungenen und beschwingten Formen der Natur zum Einsatz bringt, bewegen sich die Stilelemente in der 20er und 30er Jahre teilweise bewusst weg von der schmuckvollen Ornamentik hin zu klareren Formen und Strukturen. Aber die gestalterischen Wegbegleiter der 20er und 30er Jahre sind vor allem immer noch eines: dynamisch und anspruchsvoll.
Wie die Zeiten, so das Interieur, und so repräsentieren die avantgardistischen Designs dieser Zeit auch deren Lebensgefühl. Freischwingende Sessel, geometrische Muster und minimalistische Wohnobjekte - die 20er Jahre haben viele zeitlose Klassiker hervorgebracht. In erster Linie sind hier vor allem die Bauhaus-Möbel vom berühmten Wassily-Stuhl von Marcel Breuer bis hin zu den sehr bekannten Sesseln und Sofas von Le Corbusier zu nennen. Die Konzentration auf das Wesentliche und die zukunftsorientierte Denkweise der damaligen Konstrukteure überbringen bis heute die Botschaft der idealen Verschmelzung von Form und Funktion. Während hier der Verzicht auf ausschliesslich schmückende Elemente zu Gunsten der funktionalen Schönheit der Objekte zum Credo wurde, hat die ursprünglich aus Frankreich stammende Stilrichtung Art Déco weiterhin ein ausgeprägtes Faible für ausufernde, dekorative und spielerische Formen, die weniger Exaktheit und Purismus als vielmehr der Lebensfreude und dem Luxus huldigen.
Unabhängig vom persönlichen Geschmack sind aus diesen Zeiten ebenfalls Ikonen der Designgeschichte entstanden. Die entgegengesetzten Strömungen haben in den Bereichen Druckgrafik, Gebrauchsgrafik, Produkt- und Möbeldesign viele schöne wie elegante Objekte hinterlassen, die so intelligent wie sparsam eingesetzt jeder Inneneinrichtung das gewisse Extra verleihen können. Die Firma Cassina greift diese Idee auf und bietet dem Interessierten eine Vielzahl an besonderen Möbeln. Vom Freischwinger zu geometrischen Leuchten hat auch der deutsch-französische Möbelhersteller Thonet viel zu bieten. Und ein weiterer grosser Name auf diesem Gebiet ist das Architektur- und Designunternehmen Alvar Aalto, das nicht nur durch seine geschwungenen Vasen, sondern auch durch geschwungene Hausbauten Berühmtheit erlangt hat.
Um Ihren eigenen Räumen in der Schweiz den Glanz oder die Nüchternheit dieser Zeit zu verleihen, dürfen Sie heutzutage ruhig mixen, zum Beispiel mit Möbeln von Cassina, Thonet oder Alvar Aalto. Gegen ein schwungvolles Art Déco Teeservice, aus dem Sie in der Corbusier-Liege Getränke zu sich nehmen, ist absolut nichts einzuwenden - unser Zeitgeist ist aufgeschlossen für Neukombinationen und setzt gerade dadurch wiederum kreative Akzente. Sind Sie weniger mutig, kaufen Sie sich nur ein Lieblingsstück - und hegen und pfelgen es, um zu testen, ob es Sie nach mehr verlangt. Was Cassina, Thonet oder Alvar Aalto schon lange wissen: wirklich gutes Design macht das Leben wirklich schöner!