Wandbeläge und Wandbekleidungen sind keine Neuzeiterfindungen. In grauer Vorzeit zierten Höhlenmalereien, römische Fresken oder Seidenbespannungen in der Zeit der Renaissance die Wände. Sie erfüllten alle den gleichen Zweck: Mehr Behaglichkeit im trauten Heim. Alles sind Vorläufer moderner Tapeten. Um eine Tapete zu erschwinglichen Preisen herstellen zu können, bedarf es der fortgeschrittenen Technik der Papierherstellung sowie neuer Drucktechniken. Seit ca. 1785 kennt man industriell produzierte Tapeten. Die heutige Herstellung in der Schweiz und anderen Herstellländern erfolgt in drei Druckverfahren. Der Flexodruck ist ein Verfahren, das dem Buchdruck ähnelt. Beim Siebdruckverfahren wird die Farbe durch ein teilweise perforiertes Rundsieb in einer Art Schablone auf das Papier presst. Der Tiefdruck ist das Gegenteil vom Flexodruck. Hier bringen die tiefliegenden Teile der Druckwalze das Muster auf die Tapete. Alle drei Druckverfahren werden von der Rolle gedruckt. Dieses Endlosverfahren lässt das Muster nach einer Umdrehung wieder erscheinen. So entsteht der Rapport, der beim Kleben der Tapete beachtet werden muss. Grundlage der heutigen Standard-Tapete ist Recycling-Papier. Durch Negativ- und Positivwalzen lassen sich viele Strukturen schaffen. Durch Beflockung entstehen wundervolle velourartige Oberflächen. Bei Textiltapeten werden Gewirke oder Gewebe auf das bedruckte Papier gebracht oder im Anschluss bedruckt. Eine wasserabweisende Oberfläche erhalten Kunststofftapeten mit einer Beschichtung aus Lacken oder Folien. Sind Tapeten vollständig oder auch nur teilweise aus Kunststoff oder mit einer hauchdünnen Metallschicht überzogen, so eigenen sie sich nicht für Feuchträume. In diesen Räumen herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit, sie würde kondensieren und auf der kalten Wand in Bächen herunter laufen.
Fliesen haben als Wand- oder Bodenbelag eine jahrtausendalte Tradition. Sie sind leicht zu verlegen und übertreffen andere Fußbodenbeläge an Strapazierfähigkeit. Im Naßbereich zählen geflieste Böden zum Standard, aber auch im Wohnbereich reizen sie zum Kaufen. Die Gründe liegen hier vor allem in ihrer Verschleißfestigkeit und am geringen pflegerischen Aufwand. Moderne Farben und Muster machen es leicht, sich für Fliesen im Wohnzimmer und Aufenthaltsbereich zu entscheiden. Die Verlegeart von Fliesen im Nass- oder Wohnbereich ist gleich. Selbst die Verlegetechnik sowie Größe und Formen spielen hier keine Rolle. Die Vorteile für keramische Bodenfliesen liegen nicht nur in der einfachen Reinigung. Aufgrund ihrer geschlossenen Oberfläche haben Staubmilben keine Chance. Außerdem sind Fliesen gute Wärmeleiter und ideal bei Fußbodenheizung.